Braunschweig 

AfD-Kundgebung in Braunschweig – 800 demonstrieren dagegen

Starke Polizeikräfte verhinderten, dass Gegendemonstranten auf die AfD-Demonstrationsfläche vordrangen.
Starke Polizeikräfte verhinderten, dass Gegendemonstranten auf die AfD-Demonstrationsfläche vordrangen.
Foto: Siegfried Denzel

Braunschweig. Der Wahlkampfauftakt der rechtspopulistischen AfD auf dem Braunschweiger Schlossplatz und die zeitgleiche, nur wenige Meter entfernte, Gegendemonstration des "Bündnisses gegen Rechts" sind am Dienstagabend, 9. August, ohne Zwischenfälle geblieben.

Während etwa 250 AfD-Mitglieder und -Sympathisanten dem thüringischen Partei- und Fraktionschef Björn Höcke zujubelten und mit "Höcke, Höcke!"-Rufen feierten, protestierten circa 800 Gegendemonstranten gegen die Kundgebung; die Polizei geht übrigens von niedrigeren Teilnehmerzahlen als die jeweiligen Veranstalter aus: Sie zählte 160 AfD-Demonstranten - und 500 Personen, die dem Aufruf des "Bündnisses gegen Rechts" gefolgt waren.

Die Sicherheitskräfte hatten beide Lager durch eine Sicherheitszone voneinander getrennt. Während der Rede Höckes, die zweimal durch den Ausfall der Mikrofonanlage unterbrochen wurde, schallten lautstarke "Nazis-raus-Rufe" auf den AfD-Kundgebungsplatz vor der Stadtbibliothek.

Höcke hielt eine in wesentlichen Teilen von ihm schon mehrfach gehaltene Rede - in einer Form, wie sie auch jeder NPD-Funktionär hätte halten können: Angela Merkel nannte er erneut eine "Kanzlerdiktatorin", die demokratischen Parteien "Zeitgeist-Kastraten" sowie Deutschland einen "politischen Swingerclub". Und den nach dem gescheiterten Militärputsch in der Türkei für deren Staatschef Erdogan demonstrierenden Deutsch-Türken rief er zu: "Wir holen uns Deutschland wieder zurück! Stück für Stück!" Die Grenze des Islams müsse der Bosporus sein.

Höckes Auftritt in Braunschweig war nur der Auftakt einer ganzen Reihe von prominenter AfD-Wahlkampfhilfe in der Region: Am kommenden Wochenende beispielsweise wird AfD-Co-Chefin Frauke Petry in Gifhorn erwartet. Und für den 23. August hat sich die AfD-Vize-Chefin und Europaabgeordnete Beatrix von Storch in Braunschweig angesagt.

Das war unser Live-Ticker

Update (19.45 Uhr): Höcke wird für seine Rede von den AfD-Anhängern gefeiert. Die Kundgebung ist zu Ende. Starke Polizeikräfte sichern den Weg der Teilnehmer durch die Reihen der noch immer lautstarken Gegendemonstranten ab.

Update (19.04 Uhr): Björn Höcke ist ans Rednerpult getreten.

Update (18.54 Uhr): Paul Hampel, Landeschef AfD, ist am Mikro. Den Gegendemonstranten droht er: "Wartet mal ab. Noch sind wir klein - aber in vier Jahren sind wir im Bundestag und in allen Landesparlamenten. Dann können sie versuchen, nochmal die Diskussion mit uns aufzunehmen." Björn Höcke (AfD Thüringen) bereitet sich vor.

Update (18.53 Uhr): Lautstarke Pfiffe, Rufe und Trommeln in Richtung AfD-Kundgebung. Die Polizei versucht, die Straßenbahngleise am Bohlweg freizuhalten. Ansonsten soweit alles ruhig, keine Ausschreitungen.

Update (18.43 Uhr): Die Gegendemonstration ist offiziell beendet. Viele Demonstranten gehen rüber zum Ort der Kundgebung der AfD vor die Stadtbibliothek.

17:45 Uhr: Mit einer Pufferzone von der Polizei von ihnen getrennt: Etwa 100 AfD-Sympathisanten. Björn Höcke ist schon eingetroffen...

17:30 Uhr: Die Demonstration des "Bündnisses gegen Rechts" vor den Schlossarkaden beginnt. Auf der anderen Seite des Platzes will die AfD ihre Kundgebung abhalten. Doch vor der Stadtbibliothek ist noch nicht viel los.

Braunschweig 

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Das Landgericht Braunschweig.
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Foto: dpa
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