Braunschweig 

Plädoyers: Bewährungsstrafe für den Neonazi?

In Braunschweig steht seit Mittwoch ein 24-jähriger Neonazi vor Gericht, der mehrere Schüler des Gymnasiums Neuen Oberschule schwer verletzt haben soll.
In Braunschweig steht seit Mittwoch ein 24-jähriger Neonazi vor Gericht, der mehrere Schüler des Gymnasiums Neuen Oberschule schwer verletzt haben soll.

Braunschweig. Im Prozess am Amtsgericht Braunschweig gegen den 24-Jährigen Neonazi, der im Februar zwei Schüler der Neuen Oberschule attackiert haben soll, wurden am Mittwoch, 21. Dezember 2016, die Plädoyers gestellt.

Die Staatsanwaltschaft fordert dabei zwei Jahre Freiheitsstrafe, die allerdings zur Bewährung auszusetzen sei. Auflagen dafür sei ein Bewährungshelfer und 100 Stunden gemeinnützige Arbeit. Die Taten entsprangen, so die Staatsanwaltschaft, nicht seiner rechten Gesinnung.

Die Nebenkläger beantragten hingegen zwei Jahre Gefängnis - ohne Bewährung. Der Anwalt des einen Geschädigten sagte, dass der Angeklagte überzeugter Neonazi sei und eine Strafschärfung durch rechte Gesinnung als Motiv in Betracht gezogen werden muss. "Bis heute gab es keinerlei Distanzierung vom Milieu, der Gesinnung und dem Personenkreis", sagte der Anwalt des Nebenklägers.

Der Vertreter des zweiten Nebenklägers forderte ebenfalls zwei Jahre ohne Bewährung. Die Angriffe seien "aufgrund der anderen Denkweise und politischen Einstellungen der Opfer" geschehen und es sei beim Angeklagten ein "enormes Gefahrenpotential vorhanden".

Der Verteidiger stimmte der Staatsanwaltschaft zu. Sein Mandant sei kein Anführer der rechten Szene in Braunschweig, dafür "fehlt die Intelligenz", sagte der Anwalt des 24-Jährigen. Die Taten seien keine Gesinnungstaten, hätten auch in einem anderen Kontext passieren können. Zudem sollte ihm nicht die Chance verwehrt bleiben, zu beweisen, dass sich der Braunschweiger während seiner sechs Monate U-Haft geändert hätte.

Mit einem Urteil wird am Nachmittag gerechnet. Vor Prozessbeginn hatte es am Amtsgericht ein Gerangel gegeben.

Braunschweig 

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