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Braunschweig 

Demonstration vor Burschenschaftshaus "Thuringia"

Die Polizei schirmt den Eingang zum Burschenschaftshaus mit einer Menschenkette ab.
Die Polizei schirmt den Eingang zum Burschenschaftshaus mit einer Menschenkette ab.
Foto: Fabien Tronnier

Braunschweig. Harmloser Vortrag zur Zeitgeschichte oder Stelldichein der Braunschweiger Rechten Szene? Darüber haben Die Braunschweiger "Burschenschaft Thuringia" und das "Antifaschistische Plenum Braunschweig" sehr unterschiedliche Ansichten.

Die Burschenschaft hatte am Freitagabend, 3. Februar, zu einem "Zeitzeugenvortrag" eingeladen. Als Referent berichtete Klaus Grotian, Zeitzeuge des Zweiten Weltkriegs, über "seine Erlebnisse im Kampf um Berlin, seine Zeit in Kriegsgefangenschaft und den späteren Wiederaufbau Deutschlands", so ein Sprecher der Burschenschaft Thuringia.

Als Gegenveranstaltung rief das Antifaschistische Plenum Braunschweig zu einer Gegenveranstaltung unter dem Motto "Kein Platz für rechte Geschichtsverdrehung! Rechte Schulterschlüsse aufdecken!" vor dem Haus der Burschenschaft in der Konstantin-Uhde-Straße auf. Polizeisprecher Wolfgang Klages rechnete im Vorhinein mit etwa 40 bis 50 Teilnehmern an der Gegendemonstration. Etwa 70 kamen dann auch in die Konstantin-Uhde-Straße. Bislang (Stand 19.37 Uhr) verlief die Demonstration ruhig. Die Polizei schirmte mit einer Kette den Zugang zum Gebäude ab. Ein Reporter ist vor Ort.

Kein Anlass zur Demonstration?

Während das Antifaschistische Plenum der Burschenschaft Kontakte zur extremen Rechten, unter anderem der "Jungen Nationaldemokraten", der "Identitären Bewegung" und der AfD-Jugendorganisation "Junge Alternative" vorwirft, weist die Thuringia die Vorwürfe von sich und sieht keinen Anlass für eine Demonstration.

"Wenn sie meinen, das machen zu müssen, sollen sie das machen. Aber ich verstehe den Grund nicht", sagte ein Sprecher gegenüber news38.de. Auch habe das Antifaschistische Plenum die Burschenschaft nicht direkt kontaktiert, die Thuringia habe erst aus dem Flugblatt mit dem Aufruf zu Demonstration davon erfahren.

Weiter sagt ein Sprecher: "Das Antifaschistische Plenum schreibt in seinem Flugblatt, das unser Referent Klaus Grotian Mitglied der Waffen-SS war. Das ist falsch." Allerdings bezichtigte das Plenum den Referenten keineswegs Mitglied der SS gewesen zu sein. In dem Aufruf bezieht sich das Plenum auf einen Vortrag vom 4. Juni 2016, bei dem der damalige Referent über seine Zeit in der Waffen-SS berichtet haben soll.

Eine Sprecherin des Antifaschistischen Plenums kommentiert: "Die Verdrehung, die Verhamlosung und die Leugnung der Verbrechen der Nazis dürfen nicht zur Normalität werden. Aus dem Gedenken an die Opfer des Faschismus erwächst die Pflicht zum antifaschistischen Widerstand".

Beginn der antifaschistischen Kundgebung
Fabien Tronnier
Braunschweig 

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