Braunschweig 

Polizei: Enkeltrick und LAB im Fokus

Stefan Weinmeister (von links), Wolfgang Klages, Ulf Küch und Axel Patermann von der Polizei Braunschweig zeigen die Kriminalitätsentwicklung der Stadt auf.
Stefan Weinmeister (von links), Wolfgang Klages, Ulf Küch und Axel Patermann von der Polizei Braunschweig zeigen die Kriminalitätsentwicklung der Stadt auf.
Foto: Julia Gresfoerder

Braunschweig. Es gibt weniger Straftaten in Braunschweig. Das ist die Bilanz der diesjährigen Kriminalstatistik der Polizeiinspektion Braunschweig. 23.902 Straftaten wurden im Stadtgebiet 2016 registriert - das ist ein Rückgang von 6,2 Prozent, also 1.595 Fälle weniger als im Vorjahr.

"Wir konnten 14.162 der Taten aufklären", erklärt Ulf Küch, Leiter des Zentralen Kriminaldienstes der Polizeiinspektion Braunschweig. Es gibt 6.465 Tatverdächtige.

Problem: Enkeltrick

Großes Problem sei jedoch der Trickbetrug oder Enkeltrick. "Gerade die älteren Menschen sind davon betroffen. Zwar waren von 141 Taten 98 Fälle nur Versuche, das heißt aber auch, dass ein Drittel der Taten vollendet wurden", sagt Küch. "Jedoch ist der Schaden mit etwa 670.000 Euro immens."

Die Taten blieben oft ungeklärt. "Hintergrund dürfte die straff organisierte und bandenmäßige Struktur sein", sagt Küch. Die Übeltäter könne man direkt auf frischer Tat erwischen.

Ein weiteres Problem bestehe auch in der Gewaltbereitschaft gegen Polizisten. 426 Beamte sind Opfer einer Straftat geworden. Das sind 13 Polizisten mehr als im Vorjahr. "Wir hoffen natürlich, dass die Bereitschaft mit Nutzung der Bodycams, die wir seit Dezember 2016 im Einsatz haben, sinkt", sagt Küch.

Keine Zunahme von Kriminalität durch Flüchtlinge

Weiterhin von großem Interesse ist die Arbeit der SoKo "Zerm", die sich mit der Kriminalität begangen durch Asylbewerber und Flüchtlinge befasst.

Derzeit beschäftigt sich die SoKo mit der Aufarbeitung der bekanntgewordenen Fälle des Sozialleistungsbetruges.

"Die vorgelegten Zahlen der Kriminalstatistik in Braunschweig zeigen auch, dass von einer drastischen Zunahme der Kriminalität, insbesondere durch Asylbewerber oder Flüchtlinge in Deutschland nicht die Rede sein kann", erklärt Ulf Küch.

Allerdings geht er davon aus, dass die Landesaufnahmebehörde (LAB) zum Sammelbecken für Kriminelle wird. "Wir haben im Blick, dass sich eine Tendenz abzeichnet, dass nicht mehr nur Kriegsflüchtlinge in die LAB kommen. Es sind derzeit Menschen dabei, die eigentlich abgeschoben werden müssen und eigentlich gar nicht in die LAB gehören", erklärt Küch. Diese Personengruppe sei gekommen, um Straftaten zu begehen und stehe nicht in Zusammenhang mit den Kriegsflüchtlingen.

13,3 Prozent Gesamtzahl der Tatverdächtigen sind Asylbewerber. Dies bedeute einen Rückgang um 2,7 Prozent zu 2015. "Eine Erklärung dafür ist der nachlassende Flüchtlingsstrom 2016", sagt Ulf Küch.

Gewaltdelikte steigen an

Die Gewaltdelikte in der Stadt seien leicht angestiegen, auf längere Zeit betrachtet, liegen diese aber weiterhin im Durchschnitt. Anders sehe es bei Häuslicher Gewalt aus, hier verzeichnen die Beamten einen Anstieg - auf 712 Fälle 2016.

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