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Braunschweig 

Braunschweiger geben Anleitung zum Glück

Eine junge Frau und ihr Freund liegen am auf einer Wiese mit blühendem Löwenzahn.
Eine junge Frau und ihr Freund liegen am auf einer Wiese mit blühendem Löwenzahn.
Foto: dpa

Braunschweig. Das Streben nach Glück beschäftigt Philosophen, Theologen und Literaten seit Jahrtausenden. Aber auch immer mehr Politiker und Unternehmen entdecken Wohlbefinden und Zufriedenheit als wichtige Werte. Seit 2013 feiern die Vereinten Nationen den "International Day of Happiness" - den Tag des Glücks am 20. März.

Tobias Rahm ist dem Glück in einem wissenschaftlichen Forschungsprojekt auf der Spur. Der Psychologe entwickelt an der Technischen Universität Braunschweig ein spezielles Glückstraining für Lehrer.

Es soll in dem herausfordernden Beruf Burn-out vorbeugen und die Pädagogen kreativer machen. In Kursen lernen die Teilnehmer, ihre "Glücksanfälligkeit" zu erhöhen, indem sie mehr darauf achten, Schönes wahrzunehmen, dankbar für Positives sind sowie sich häufiger gute Taten vornehmen.

Der angestaubte Spruch "Jeder ist seines Glückes Schmied" ist heute wissenschaftlich belegt. Internationalen Studien zufolge liegt die Veranlagung zum Glücklichsein zu etwa 50 Prozent in den Genen. Nur 10 Prozent machen die Lebensumstände aus. "Ein neuer Job, ein neues Auto oder ein neuer Fernseher tragen nicht viel zum langfristigen Glück bei", sagt Rahm. Dagegen liege der persönliche Gestaltungsspielraum bei 40 Prozent.

Der Glücksbegriff

Der Duden definiert Glück als eine "angenehme und freudige Gemütsverfassung, in der man sich befindet, wenn man in den Besitz oder Genuss von etwas kommt, was man sich gewünscht hat". Es sei ein "Zustand der inneren Befriedigung und Hochstimmung". Glücksforscher sprechen von einem subjektiven Wohlbefinden, das für jeden etwas anderes bedeuten könne.

Glücksfaktoren

Die sind vielfältig. Glücksforscher zählen dazu: eine stabile Liebesbeziehung, Freundschaft, Geselligkeit, Gesundheit, einen den eigenen Fähigkeiten entsprechenden Beruf, Kinder und genügend Geld für Grundbedürfnisse. Reichtum allein macht übrigens nicht glücklich: mit steigendem Wohlstand steigt die Zufriedenheit keineswegs stetig weiter an.

Glücksstoffe

Es gibt eine "Chemie des Glücks". Wer etwa frisch verliebt ist, schüttet zum Beispiel vermehrt die "Glücksstoffe" Oxytocin und Phenylethylamin sowie andere Stimmungsaufheller wie Dopamin und Serotonin aus. Auch wenn wir angenehm überrascht werden, machen uns diese Botenstoffe euphorisch. Neurologen sind sicher, dass das Glücksgefühl immer wieder abflauen muss. "Unser Gehirn ist nicht dafür gebaut, dauernd glücklich zu sein", wird der Hirnforscher Manfred Spitzer von der Uni-Klinik Ulm in Interviews zitiert: "aber es ist süchtig danach, nach Glück zu streben".

Glücklichste Menschen

Die leben laut neuestem UN-"World Happiness Report" in Norwegen. Das skandinavische Land eroberte den Spitzenplatz im Weltglücksbericht, den die Fachleute am Montag, 20. März, in New York zum fünften Mal vorlegten. Norwegen löst damit das zuvor dreimalig erstplatzierte Dänemark ab.

Alle anderen Top-Five-Ränge sind vom hohen Norden belegt: Neben Norwegen noch Dänemark, Island und Finnland. Dahinter kommen die Niederlande, Kanada, Neuseeland, Australien und Schweden.

Deutschland stagniert auf Platz 16 - hinter unter anderem den USA, Israel und Costa Rica.

Braunschweig 

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