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Peine 

Tabuthema Darmkrebs: Lila Hoffnung spendet neuen Mut

Ein Teil des Teams der "Lila Hoffnung": Martina Busse (60, v.l.n.r.), Richard Busse (67), Tanja Busse (37) und Holger Busse (36).
Ein Teil des Teams der "Lila Hoffnung": Martina Busse (60, v.l.n.r.), Richard Busse (67), Tanja Busse (37) und Holger Busse (36).
Foto: Karoline Steinbock

Peine. Jana ist 29 Jahre alt. Sie ist an Morbus Crohn, einer Autoimmunkrankheit der Darmschleimhaut, erkrankt und hat einen künstlichen Darmausgang. Die junge Frau aus Lehrte wünschte sich, zur Erholung eine Woche lang an die See zu fahren. Der Verein "Lila Hoffnung – CED & Darmkrebshilfe e.V.“ aus Peine hat ihr diesen Herzenswunsch erfüllt. Eine Woche lang wird sie mit ihrem Lebensgefährten in Dänemark verbringen.

Menschen wie Jana, die an chronisch-entzündlichen Darmerkrankung (CED) oder Darmkrebs erkrankt sind, möchte die "Lila Hoffnung“ ihre Herzenswünsche erfüllen, um ihnen so neuen Lebensmut und Zuversicht zu spenden.

"Grausame Krankheit"

Ideengeber und Gründer des Vereins ist Holger Busse. Er rief die die "Lila Hoffnung“ im August 2016 ins Leben. Der 36-Jährige ist selbst an Morbus Crohn erkrankt.

Er lebt zwar ohne Medikamente, dennoch ist sein Leben sehr diszipliniert und durchstrukturiert. Einfach im Restaurant essen was er möchte, kann er nicht mehr. "Ich weiß, wie schlimm und grausam diese Krankheit sein kann“, sagt der Vater von zwei Kindern.

Als Inspiration für den Namen diente ihm die lila Schleife, ein Symbol der Solidarität und Unterstützung für Krankheiten wie Morbus Crohn oder Darmkrebs. Mittlerweile hat der Verein 24 Mitglieder. Unterstützt wird Busse bei seiner Arbeit im Verein von Freunden, Arbeitskollegen und seiner Familie – Ehefrau Tanja und seine Eltern Martina und Richard sind ebenfalls Hoffnungsgeber.

Wünsch dir was!

13 Wunschanfragen hat die "Lila Hoffnung“ bereits erhalten. Janas ist der erste Wunsch der von ihnen erfüllt wird. Ihre Herzenswünsche können die Erkrankten oder deren Familienangehörigen dem Verein ganz einfach über ein Kontaktformular auf der Webseite oder während der Telefonsprechzeiten mitteilen. Dafür muss ein Wunscherfüllungsbogen mit persönlichen Angaben, Krankheitsgeschichte und natürlich dem Herzenswunsch ausgefüllt werden.

Gewünscht werden darf sich fast alles – vom Treffen eines Fußballstars, über einen Freizeitparkbesuch bis zum Urlaub an der See. Einzige Voraussetzung ist ein Nachweis über die Krankheit. Ansonsten richtet sich das Angebot sowohl an Kinder als auch an Erwachsene. Das Wunscherfüllungsteam berät dann über die Machbarkeit aber auch über die Dringlichkeit des Wunsches.

Prominente "Hoffnungs-Botschafter“

Finanziert werden die Wünsche ausschließlich aus Mitgliedschaftsbeträgen, Spenden und Sponsorengeldern. Der Mindestbeitrag einer Mitgliedschaft beträgt für Privatpersonen jährlich 24 Euro und für Firmen 100 Euro. Doch auch als ehrenamtlicher Helfer kann der Verein bei Kampagnen oder der Wunscherfüllung unterstützt werden.

Auch einige prominente "Hoffnungs-Botschafter“ helfen dem Verein dabei, die Themen in der Gesellschaft zu etablieren, Spenden zu sammeln und Sponsoren zu gewinnen. Einer von ihnen ist Eintracht-Kicker Phil Ofosu-Ayeh. Der Verteidiger war der erste Botschafter der "Lila Hoffnung“.

Ofosu-Ayeh versteigerte sein Trikot mit allen Unterschriften der Eintracht-Profis. Bei der Versteigerung kamen 320 Euro zusammen, von denen der Verein nun weiter Herzenswünsche erfüllen kann.

Gegen das Tabu

Neben der Wunscherfüllung ist für Holger Busse Prävention und Aufklärung über die Krankheitsbilder eine weitere Kernaufgabe des Vereins. Vor allem über die Folgen der chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen und Darmkrebs will er aufklären. "Gerade im jungen Alter ist es schwer, mit Themen wie künstliche Darmausgänge umzugehen“, sagt er news38.de.

Außerdem möchte der 36-Jährige erreichen, dass die Menschen ein Gefühl für die Krankheitsbilder entwickeln und diese kein Tabuthema mehr in der Gesellschaft sind. Er selbst hat die Erfahrung gemacht, dass viele mit Begriffen wie CED nichts anfangen können. "Wie es mir geht sieht keiner, da meine Krankheit innerlich ist“, sagt Holger Busse. "Nicht jedes Handicap ist sichtbar.“ Darüber hinaus möchte der Verein Arzt-Patienten-Seminare, Vorträge zu verschiedenen Themen rund um die Erkrankungen oder den Austausch zwischen Betroffenen und Familien anbieten.

Herzenswunsch: Zeichen setzen

Doch Holger Busse hat auch einen persönlichen Herzenswunsch: "Ich möchte 'Lila Hoffnung‘ neben den anderen Vereinen in Deutschland als einen Platz etablieren, wo Betroffene Wünsche äußern können, neuen Lebensmut finden und weiter Zeichen setzten.“

Weitere Informationen über die Arbeit der "Lila Hoffnung“ gibt es auf der Webseite des Vereins www.lilahoffnung.de.

Peine 

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Foto: dpa
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