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Nach Beschwerden: Das sagt das Helios Klinikum Salzgitter

Nach Beschwerden: Das sagt das Helios Klinikum Salzgitter

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Die Notaufnahme des Klinikums in Salzgitter. Foto: Rudolf Karliczek
  • Patienten kritisieren Wartezeiten und Personal.
  • Bisher 18.500 Patienten in der Notaufnahme dieses Jahr.
  • Klinikum: Vier von zehn Patienten könnten auch zum Hausarzt.

Salzgitter. 

Irene K. ist außer sich. Sie hatte einen Bekannten in die Notaufnahme des Helios Klinikums in Salzgitter begleitet. Nach über fünf Stunden sei der Patient immer noch nicht behandelt worden, beklagt sie. „Dabei hatten wir sogar eine Überweisung vom Hausarzt„. Der Mann hatte einen Leistenbruch und leidet außerdem an der Bluterkrankheit (Hämophilie). „Wir waren um 17.30 Uhr an der Notaufnahme und sind um 23 Uhr gegangen, da er immer noch nicht behandelt wurde“.

Auf Anfrage von news38.de äußert sich Kliniksprecherin Sabina Korkmaz zu dem Fall wie folgt: „Es tut uns sehr leid, dass der Patient so lange warten musste. Lange Wartezeiten sind in einem Bereich, in dem schwerverletzte Patienten eintreffen, nie vollständig zu vermeiden – vor allem in Kombination mit dem Anstieg der Patientenzahlen“.

Klinikum erstellt Dringlichkeitsstufen

Die Notaufnahme teilt die Behandlungsdringlichkeit der Patienten dabei mit dem sogenannten „Manchester Triage System“ ein. „Ein Mitarbeiter der Notaufnahme fragt die möglichen Symptome des gerade angekommenen Patienten mittels der dafür vorgesehenen Checkliste im System ab. Daraufhin wird der Patient in eine der insgesamt fünf farblich gekennzeichnete Dringlichkeitsstufen eingruppiert“, so Korkmaz weiter. Die Stufen reichen von rot (muss sofort behandelt werden) über orange, gelb und grün bis blau (nicht dringend). Laut Korkmaz können die Patienten der beiden letzten Kategorien auch von einem Hausarzt behandelt werden.

Bereits 18.500 Patienten in der Notaufnahme

Das Klinikum hatte laut Korkmaz in diesem Jahr schon 18.500 Patienten in der Notaufnahme. „Davon 570 blaue und 7.200 grüne Fälle. Das bedeutet, dass vier von zehn Patienten, die von uns behandelt worden sind, auch eine adäquate Versorgung von ihrem Hausarzt erhalten können. Ein Krankenhaus ist keine Praxis“.

Irene K. kann das System nicht nachvollziehen: „Wie will jemand so schnell die Beschwerden der Patienten einordnen können“. Sie ist mit ihrem Bekannten schließlich ins St. Elisabeth-Krankenhaus Salzgitter gefahren. „Dort hat es nur 15 Minuten gedauert, bis wir drangekommen sind“.

In letzter Zeit gab es auch immer wieder Berichte über Patienten, die sich in der Klinik teilweise unfreundlich behandelt fühlten. Laut Korkmaz soll ein Kommunikationstrainer der Helios Kliniken die Mitarbeiter in Zukunft besonders schulen.

Welche Lösungsvorschläge gibt es?

Um die Situation für beide Seiten zu verbessern, schlägt Thorsten Kleinschmidt von der Kassenärztlichen Vereinigung in Braunschweig vor, bereits am Eingang ein „Eintrittsgeld“ von 50 Euro zu erheben. Die wirklichen Notfallpatienten würden das Geld dann hinterher wieder zurückbekommen.

Kliniksprecherin Korkmaz sagt dazu: „Der Vorschlag muss gut überlegt sein. Es könnte für wirklich kranke Patienten zu einer Hürde werden. Gerade die ältere Generation zögert den Besuch in der Notaufnahme zu lange hinaus. Dann gibt es wieder die Patienten, die eher zum Hausarzt gehen könnten, aber dann doch den Weg zu uns suchen. Es muss eine Lösung gefunden werden, die für alle Patientengruppen in Frage kommt und den Hausarzt mit einbindet“.