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Tote und Verletzte auf Berliner Weihnachtsmarkt - IS bekennt sich

Ermittler untersuchen den Lkw.
Ermittler untersuchen den Lkw.
Foto: dpa
  • Lkw rast auf Berliner Weihnachtsmarkt.
  • Mindestens neun Tote und 50 Verletzte.
  • Terrormiliz IS bekennt sich zu Anschlag.

Berlin. Bei einem mutmaßlichen Terroranschlag auf den Weihnachtsmarkt an der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche sind am Montagabend mindestens neun Menschen getötet worden. Die Polizei spricht zudem von "mindestens 50 Verletzten"; einige von ihnen befinden sich offenbar in kritischem Zustand.

De Maizière geht von Anschlag aus

Nachdem die Ermittler zunächst von einem schrecklichen Unfall ausgegangen waren, spricht inzwischen "vieles für einen Anschlag", wie Innenminister Thomas de Maizière (CDU) kurz vor Mitternacht bestätigte: Ein Lkw war von der Kantstraße aus kommend in die Menschenmenge gerast. Die Szene erinnert an den Terroranschlag von Nizza im Sommer, bei dem 86 Menschen getötet worden sind.

Polizei nimmt Lkw-Fahrer fest

Der zunächst geflüchtete Fahrer ist inzwischen festgenommen; ein Polizeisprecher berichtete, der Mann sei einige hundert Meter vom Ort des Geschehens aufgegriffen worden. Derzeit versuchen die Ermittler zu klären, ob er tatsächlich der Fahrer war; er gilt jedoch inzwischen offiziell als tatverdächtig.

Der Beifahrer sei an den Folgen der Horror-Fahrt gestorben, teilte ein Polizeisprecher mit.

Spediteur: Sattelzug wurde entführt

Der 40-Tonnen-Sattelschlepper war in Polen zugelassen. Der Spediteur sagte am Abend gegenüber polnischen Medien, er gehe von einer Entführung des Lkw und seines Fahrers aus: Seit 16 Uhr habe er vergeblich versucht, seinen Mitarbeiter zu erreichen. Möglicherweise sei der tote Beifahrer sein Mitarbeiter gewesen. Gegen 23.50 Uhr bestätigte die Polizei, dass der Beifahrer Pole war.

Nach Angaben des Fernsehsenders N24 war der Sattelschlepper mit Stahl beladen; er habe am Dienstag seine Ladung abliefern sollen.

Am Abend wurde bekannt, das die Terrororganisation IS gegenüber der "Washington Post" die Verantwortung für das Geschehen übernommen hat; die Echtheit dieses Bekenntnisses ist jedoch noch nicht bestätigt.

Die Polizei ruft die Bevölkerung auf, zuhause zu bleiben. Allerdings gebe es keine Anhaltspunkte dafür, dass weitere Terrorverdächtige in der Stadt seien. "Es besteht für die Bevölkerung keine Gefahr", betonte ein Sprecher. Der Aufruf diente offenbar auch dem Zweck, Schaulustige fernzuhalten.

Generalbundesanwalt ermittelt

Noch am Abend ist der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Ort des Geschehens eingetroffen, um sich ein Bild zu machen: "Was wir hier sehen, ist dramatisch", sagte er. Die Lage sei jedoch unter Kontrolle.

Bundes-Innenminister Thomas de Maizière (CDU) hat dem Berliner Senat "jegliche Unterstützung" durch die Bundespolizei angeboten, um bei Ermittlungen zu helfen beziehungsweise Sicherheitsvorkehrungen zu unterstützen.

Unterdessen hat Bundes-Justizminister Heiko Maas (SPD) mitgeteilt, dass der Generalbundesanwalt die Ermittlungen übernimmt. Dies ist üblicherweise dann der Fall, wenn es konkrete Hinweise auf einen Terroranschlag beziehungsweise eine staatsgefährdende Tat gibt.

"Schlimmer Abend für Berlin"

Bundespräsident Joachim Gauck nannte das Geschehen einen "schlimmen Abend für Berlin". In Gedanken sei er "bei den Opfern, bei ihren Angehörigen, bei allen Menschen, die um Familienangehörige oder Freunde fürchten".

Als Reaktion auf das fürchterliche Geschehen wurden im nordhessischen Kassel Betonblöcke am Weihnachtsmarkt aufgestellt.

Kurz vor Mitternacht wurde zudem bekannt, dass das US-Außenministerium seine bereits bestehende Reisewarnung für Europa noch einmal verschärft hat.

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Lkw rast in Weihnachtsmarkt

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Der Intendant des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF), Thomas Bellut.
Der Intendant des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF), Thomas Bellut.
Foto: dpa
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