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Flüchtlinge misshandelt: Wachmänner verurteilt

Die Angeklagten Gari N. (links), neben seiner Anwältin Helga Zeller-Holzapfel und Andreas D. (rechts) neben seinem Anwalt Marco Lund sitzen im Gerichtssaal des Amtsgericht Lingen.
Die Angeklagten Gari N. (links), neben seiner Anwältin Helga Zeller-Holzapfel und Andreas D. (rechts) neben seinem Anwalt Marco Lund sitzen im Gerichtssaal des Amtsgericht Lingen.
Foto: dpa

Lingen.  Nach Misshandlungen von Bewohnern eines Flüchtlingsheims hat das Amtsgericht Lingen zwei Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma verurteilt. Wegen gefährlicher Körperverletzung und Freiheitsberaubung muss ein 36 Jahre alter Angeklagter zwei Jahre und drei Monate in Haft.

Dagegen kommt ein 28 Jahre alter Angeklagter zunächst nicht ins Gefängnis, er erhielt zwei Jahre auf Bewährung. Bei ihm habe sich strafmildernd ausgewirkt, dass er bisher nicht vorbestraft sei und die Vorwürfe teilweise eingeräumt habe, sagte ein Gerichtssprecher am Freitag, 17. Februar.

Drei Männer misshandelt

Die beiden Männer sollen kurz vor Weihnachten 2015 in einer Flüchtlingsunterkunft drei Männer aus Pakistan in einer Toilette eingesperrt haben. Laut Anklage wurden die Opfer einer nach dem anderen geschlagen und misshandelt.

Mit den Urteilen übertraf das Gericht sogar noch die Forderungen der Staatsanwaltschaft. Die Anklage hatte auf Freiheitsstrafen zur Bewährung von höchstens anderthalb Jahren plädiert. Das Gericht stützte sich bei der Urteilsfindung vor allem auf die Aussagen der Opfer, berücksichtigte aber auch auf Indizien.

Der Flüchtlingsrat Niedersachsen hatte im Vorfeld des Prozesses eine Aufsichtsbehörde für Flüchtlingsunterkünfte und ein Beschwerdemanagement für die Anliegen der Bewohner gefordert.

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