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Noch mehr Druck auf Diesel: Behörde will höhere Steuern

Diesel-Fahrer sparen beim Tanken derzeit 18,4 Cent je Liter an Mineralölsteuer - aber wie lange noch?
Diesel-Fahrer sparen beim Tanken derzeit 18,4 Cent je Liter an Mineralölsteuer - aber wie lange noch?
Foto: dpa
  • Steuervorteil derzeit: 18,4 Cent je Liter.
  • Umweltbundesamt fordert Ende des Steuerprivilegs.
  • Staat subventioniert derzeit mit 1,5 Milliarden Euro.

Berlin/Wolfsburg. Der politische Druck auf die Dieseltechnik wird noch größer: Das Umweltbundesamt (UBA) hat in der Debatte um die Zukunft des Diesels erneut die Abschaffung des Dieselprivilegs bei der Mineralölsteuer ins Gespräch gebracht. Dieses "muss auf den Prüfstand", sagte UBA-Präsidentin Maria Krautzberger der "Rheinischen Post".

"Dieselfahrer zahlen pro Liter Kraftstoff 18,4 Cent weniger als bei Benzin - den Staat kostet diese Subventionierung mittlerweile 7,8 Milliarden Euro pro Jahr, gut dreieinhalb Milliarden davon für die Pkw-Nutzung", sagte Krautzberger.

Selbst bei Abzug der höheren Kfz-Steuern für Diesel-Autos seien das rund eineinhalb Milliarden Euro vom Staat für die Selbstzünder pro Jahr. "Zum Vergleich: Die Förderung für Elektromobilität beträgt knapp eine Milliarde - aber bis 2020", sagte Krautzberger der Zeitung.

Behörde: "Umweltschädliche Subvention"

Das Umweltbundesamt hatte wiederholt einen Abbau aller "umweltschädlichen Subventionen" gefordert, darunter die niedrigere Diesel-Besteuerung. Eine der Folgen der Subventionen sei die Luftverschmutzung durch Dieselfahrzeuge in den Innenstädte, hieß es.

Erst am Freitag hatte Krautzberger die von den Autobauern eingeführten Prämien für den Kauf neuer Diesel kritisiert. "Begriffe wie Umweltprämie oder Umweltbonus, wie sie derzeit von den Autoherstellern verwendet werden, sind irreführend", sagte die Behördenchefin der Deutschen Presse-Agentur.

Umweltprämien müssten sich an Kriterien wie geringem Schadstoffausstoß, niedrigem Verbrauch und zukunftsweisendem Antrieb orientieren. Autofahrern, die mit Hilfe der Hersteller-Prämien neue Pkw anschaffen, sollten die Finger vom Diesel lassen, hatte das Umweltbundesamt zuvor bereits geraten.

Dagegen hatte VW-Chef Matthias Müller im Mai die Zukunft des Diesels beschworen: "Aus unserer Sicht ist der moderne Diesel aber Teil der Lösung, nicht des Problems", die Luftqualität zu verbessern.

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Foto: Gottfried Czepluch / imago/Gottfried Czepluch
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