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Plan zum deutschen Kohleausstieg steht: „Der Hambacher Forst ist gerettet“ – doch es gibt einen Haken

Umweltschützer kämpfen für den Erhalt des Hambacher Forsts in NRW. (Archivbild)
Umweltschützer kämpfen für den Erhalt des Hambacher Forsts in NRW. (Archivbild)
Foto: dpa

Berlin. Ende 2018 war das Aus für die deutsche Steinkohle besiegelt. Insbesondere im Ruhrgebiet wurde das „schwarze Gold“ tränenreich verabschiedet.

Jetzt geht es auch der Braunkohle an den Kragen. Die von der Regierung eingesetzte Kohlekommission sollte einen Fahrplan zum endgültigen Ende der deutschen Stromgewinnung aus Kohle vorlegen.

Das Ergebnis: Bis Ende 2038 soll Deutschland aus der Kohlegewinnung aussteigen. Das 28-köpfige Gremium sprach am Samstagmorgen auch eine Empfehlung für den Umgang mit dem Hambacher Forst aus.

Kohlekommission: Erhalt des Hambacher Forsts „wünschenswert“

Im Jahr 2032 soll überprüft werden, ob das Ausstiegsdatum angesichts der Lage und im Einvernehmen mit den Betreibern auf frühestens 2035 vorgezogen werden kann.

Die Kohleländer sollen über 20 Jahre 40 Milliarden Euro vom Bund bekommen. Darüber hinaus heißt es im Abschlussbericht, ein Erhalt des umkämpften Hambacher Forsts sei „wünschenswert“.

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Der Wald am Rand des Hambacher Braunkohle-Tagebaus sollte nach dem Willen des Energiekonzerns RWE gerodet werden, um die darunterliegende Braunkohle zu fördern.

Dagegen gab es vor Ort heftigen Widerstand und bundesweit Proteste. Ein Gericht hatte die Rodung, die von den Behörden genehmigt war, vorerst gestoppt.

Greenpeace feiert: „Der Hambacher Wald ist gerettet“

Mit dem Kompromiss der Kohlekommission ist aus Sicht der Umweltverbände der Erhalt des umkämpften Hambacher Forsts in Nordrhein-Westfalen gesichert.

„Was klar ist: Der Hambacher Wald ist gerettet“, sagte Greenpeace-Geschäftsführer Martin Kaiser der Deutschen Presse-Agentur am Samstagmorgen und weiter: „Im Westen werden Braunkohlekraftwerke und Steinkohle abgeschaltet bis 2022. Das war uns am wichtigsten.“

Armin Laschet bremst die Erwartungen

NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU) will sich hingegen auf Nachfrage nicht festlegen.

Aus dem Kompromiss werde sich die Frage stellen, wo man die vorgegebenen Kohlemengen in den kommenden Jahren einsparen könne. „Da ist der Hambacher Forst ein wünschenswert beschriebenes Ziel“, sagte Laschet.

NRW-Ministerpräsident will Konflikt lösen

Die Landesregierung werde mit den Fachbehörden klären, ob die bergtechnischen Voraussetzungen im Tagebau Hambach dafür gegeben wären. „Auch den Konflikt zu befrieden, wäre wünschenswert“, sagte Laschet.

RWE hatte immer wieder gesagt, dass der Hambacher Forst aus bergtechnischen Gründen auf keinen Fall zu retten sei. Der Umweltverband BUND bestreitet das. (ak/dpa)