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NRW: Explosion bei Grillfest in Freudenberg fordert zweites Todesopfer – Ehemann verliert Frau und Tochter

NRW: Auf einem Grillfest ist es zu einer Tragödie gekommen.
NRW: Auf einem Grillfest ist es zu einer Tragödie gekommen.
Foto: dpa

Freudenberg. Nachdem bei der Explosion einer übergroßen Bratpfanne in Freudenberg (NRW) eine Frau (67) ums Leben gekommen ist, erlag auch ein zweites Opfer seinen Brandverletzungen.

Die Polizei teilte am Freitag mit, dass eine 31-Jährige fast drei Wochen nach der Explosion des Kartoffelbräters im Stadtteil Alchen in einer Spezialklinik in NRW verstarb. Ein Ehemann verliert laut „Siegener Zeitung“ damit durch den Vorfall seine Ehefrau (67) und die einzige Tochter.

Die Ermittlungen zu dem Vorfall dauern noch an.

Am Sonntag, dem 8. Oktober, war es bei einem Fest in Freudenberg im Siegerland zu der Explosion an einem Grillstand gekommen. Dadurch wurden sechs Menschen schwer verletzt. Die 67-Jährige ist am Tag darauf an ihren Verletzungen gestorben.

NRW: Fett-Explosion am Grillstand

Mehrere Rettungshubschrauber mussten eingesetzt werden, um die Verletzten in Kliniken in Köln, Bochum und Dortmund zu fliegen. Die Opfer sind laut Polizei zwischen 31 und 75 Jahre alt.

Wie die „Bild“ berichtet, sollen die Opfer der Explosion teils „wie Fackeln“ umhergelaufen seien.

Grillfest: Verpuffung führte zu Stichflamme

Den Ermittlungen nach war heißes Öl aus dem gefüllten Zwischenraum der Pfanne herausgeschleudert worden und in die unter ihr brennende Flamme geraten. Das Bratfett wiederum habe sich nicht explosionsartig entzündet.

Auslöser der Explosion war wohl die Pfanne selbst. Dabei handelte es sich anscheinend um eine Eigenkonstruktion, die der Hitze nicht standhielt.

Pfanne hielt dem sich ausdehnenden Öl nicht stand

Die Konstruktion bestand aus einer Innen- und einer Außenpfanne. In der Innenpfanne sollten Kartoffeln gebraten werden, während die Flamme einer Gasflasche die Außenpfanne erhitzte.

In den Zwischenraum der beiden Teile hatten die Helfer Öl gefüllt. Dadurch sollte die Hitze gleichmäßig verteilt werden, anstatt nur einen Punkt zu erhitzen. Das Öl dehnte sich durch die Hitzeeinwirkung allerdings.

Die Pfanne platzte „wie ein Luftballon“

Dadurch sei die Pfanne „aufgeplatzt wie ein Luftballon“, so ein Polizeisprecher gegenüber dem Portal. Durch diesen Vorfall bildeten sich Risse und Löcher an der Unterseite der Pfanne, wodurch das Öl in die Flamme tropfen und sich entzünden konnte.

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Vier der übrigen Verletzten seien mittlerweile außerdem wieder in einem stabilen Zustand. Eine Schwerverletzte befindet sich nach wie vor in Lebensgefahr.

Über 100 Menschen waren vor Ort

Beim sogenannten „Backesfest“ wird traditionell eine alte dörfliche Backstube in Betrieb genommen. Rund 100 Menschen sollen zum Zeitpunkt der Explosion vor Ort gewesen sein. Rettungskräfte, Feuerwehr und Polizei waren mit größerem Aufgebot zum Einsatzort geeilt.

„Der schlimme Unfall auf dem Volksfest in Freudenberg macht mich sehr betroffen“, teilte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) mit. „Ich bin in Gebeten bei den Schwerstverletzten. Mein Dank gilt den Ärzten, die sich jetzt um diese Menschen kümmern, und allen Rettungskräften, die heute bei diesem Einsatz geholfen haben.“

„Furchtbare Tragödie“

Der Knall der Explosion unter dem bedachten Grillstand war bis in umliegende Dörfer zu hören. Zwischen 100 und 150 Menschen seien zum Zeitpunkt des Unglücks auf dem ehrenamtlich organisierten Fest gewesen. Viele Notfallseelsorger waren im Einsatz, die Polizei sprach von einer „furchtbaren Tragödie“.

(fb/dpa)