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Brandenburg: Acht Leichen liegen in Autowerkstatt einfach so zwischen Schrottautos

In dieser alten Werkstatt in Brandenburg wurden acht Leichen gelagert.
In dieser alten Werkstatt in Brandenburg wurden acht Leichen gelagert.
Foto: Patrick Pleul/dpa

Biegen. Es mag auf den ersten Blick paradox klingen: Doch kaum ein Geschäft erfordert wohl so viel Respekt vor dem Leben wie das mit dem Tod. In Brandenburg haben mehrere Bestatter Leichname einfach in einer alten Autowerkstatt untergestellt.

Von Respekt gegenüber der Totenruhe fehlt in dem Fall aus Brandenburg jede Spur. Denn wer möchte schon gerne, dass ein geliebter, verstorbener Mensch in einer Autowerkstatt zwischengelagert wird?

Brandenburg: Leichen zwischen Autoreifen

Im kleinen 400-Einwohner-Dörfchen Biegen in Brandenburg haben einige Anwohner einen erschreckenden Fund gemacht. In einer ausgedienten KFZ-Werkstatt stehen Särge und Kühltruhen herum.

Anfangs kann sich niemand vorstellen, dass die tatsächlich mit Leichnamen bestückt sind - doch schnell gibt es traurige Gewissheit.

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Gegenüber der „MOZ“ äußert sich eine Nachbarin der Halle mit einer schockierenden Beschreibung: „„Die Leichen haben zwischen Autoersatzreifen und Motorteilen gelegen! Meine Oma hätte ich nicht gerne dort gesehen!“

Staatsanwaltschaft: Kein Straftatbestand

Behörden entdecken in der Halle insgesamt acht Leichen. Sie werden sofort abtransportiert, denn mit einer professionellen Leichenhalle hat die Werkstatt natürlich nicht viel gemeinsam.

„Die Leichen wurden abtransportiert und der Fall selbst an Landkreis und Staatsanwaltschaft übergeben“, erklärt Marlene Rost von der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder). Eine weitere Nutzung der Halle wurde untersagt. Ein Anfangsverdacht auf eine Straftat liege jedoch nicht vor.

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Zwar gibt es den Straftatbestand der „Störung der Totenruhe“, der mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe geahndet wird. Dieser liege in dem Fall aus Brandenburg jedoch nicht vor. Es könne lediglich eine Ordnungswidrigkeit verfolgt werden - die müsste der Landkreis selbst ahnden.

Krasse Aussage von Ortsvorsteher

Auch die Bestatter-Innung Berlin-Brandenburg ist erschrocken. „Wir haben von so einen Fall überhaupt noch nicht gehört“, so Rüdiger Kußerow, Obermeister der Innung. Er nannte das Vorgehen ein „Unding“.

Stadort der Werkstatt

Laut „MOZ“ soll die Werkstatt einem Ukrainer gehören. Der Ortsvorsteher von Biegen berichtet, die Bestattungswagen seien mit zwei verschiedenen polizeilichen Kennzeichen aus der Region auf den Hof gefahren. Ob es sich um einen oder mehrere Bestatter handelt, ist bisher nicht bekannt.

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Eine Aussage des Ortsvorstehers schockiert besonders. So habe er gehört, wie einer der Fahrer gegenüber dem Gesundheitsamt gesagt hätte: „Wenn Sie wüssten, in wie viel Garagen in Brandenburg Leichen lagern – Sie würden sich umgucken.“

(dav mit dpa)