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Rebecca Reusch: Staatsanwalt verrät – DAS war ihr letztes Lebenszeichen

Der Fall Rebecca Reusch

Seit Februar 2019 ist die 15-jährige Rebecca Reusch spurlos verschwunden. Wir zeichnen den Fall nach.

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Seit einem Jahr fehlt jede Spur von Rebecca Reusch. Kein Vermisstenfall beschäftigte Deutschland so wie der der 15-Jährigen aus Berlin, die am 18. Februar 2019 spurlos verschwand.

Rebecca Reusch hatte im Haus ihrer Schwester und ihres Schwagers übernachtet. Die Ermittler gehen davon aus, dass das Mädchen das Haus nicht lebend verließ.

Rebecca Reusch vermisst: Selfie war ihr letztes Lebenszeichen

Es gebe ein letztes Lebenszeichen vom Morgen ihres Verschwindens, sagte Martin Glage (54), ermittelnder Staatsanwalt, der „Bild“.

„Wir wissen von einem Foto, das sie an eine Freundin geschickt hatte am Morgen vor ihrem Verschwinden. Das deutet darauf hin, dass sie zu diesem Zeitpunkt noch gelebt hat. Wir können das zeitlich nicht ganz genau eingrenzen, aber wir sind uns sicher, dass sie an dem Morgen noch gelebt hat.“

Ermittler: Weitgehend ausgeschlossen, dass Rebecca Reusch noch lebt

Auf dem Bild ist Rebecca selbst zu sehen. Das Hin- und Hersenden von Selfies mit einer Freundin war eine Tradition. Die Antwort ihrer Freundin konnte laut Staatsanwalt aber schon nicht mehr zugestellt werden.

Während Rebeccas Eltern noch davon überzeugt sind, dass ihre Tochter am Leben ist, hat der ermittelnde Staatsanwalt kaum Hoffnung. „Wir würden uns ja auch freuen, wenn sie noch lebt, halten es aber für weitgehend ausgeschlossen nach den bisherigen Ermittlungen.“

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Der Vermisstenfall Rebecca Reusch:

  • Am 18. Februar 2019 ist Rebecca Reusch aus Berlin spurlos verschwunden
  • Die Polizei geht davon aus, dass die 15-Jährige das Haus des Schwagers und ihrer Schwester nie lebend verlassen hat
  • Der Schwager von Rebecca Reusch saß in U-Haft, kam aufgrund eines fehlenden Tatverdachts wieder auf freiem Fuß
  • Trotz wochenlanger Suche konnte die Polizei keine konkrete Spur aufnehmen

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Nach wie vor ist Rebeccas Schwager Florian R. immer noch beschuldigt. Ein dringender Tatverdacht konnte jedoch nicht aufrechterhalten werden. Deshalb wurde er aus der zwischenzeitlichen U-Haft entlassen. Ein Grund: „Das Spurenbild war relativ unauffällig. Wir haben keine konkreten Hinweise auf eine Gewalttat, auf eine Straftat dort im Haus gewinnen können.“

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Schwager verstrickte sich in Widersprüche

Rebeccas Schwager war nach den Ermittlungen der Polizei der letzte, der mit Rebecca im Haus war - allein. Er hatte sich bei der Polizei in Widersprüche verstrickt. „Zunächst mal hatte er angegeben, zu dieser Zeit geschlafen zu haben. Später hatte er zugegeben, dass er auf einer Fahrt nach Polen gewesen sei, um dort Drogengeschäften nachzugehen, zu kaufen oder ähnliches“, so Glage.

In seinen ersten Vernehmungen soll er keine nachvollziehbaren Erklärungen abgegeben haben, wo er zum Zeitpunkt von Rebeccas Verschwinden gewesen sei. „Die Geschichte mit Polen kam erst später. Das hat ihn natürlich ausgesprochen verdächtig gemacht.“

Zu Hinweisen auf ein sexuelles Motiv hält sich Glage bedeckt. „Das könnte so sein. Das wären aber reine Vermutungen. Das können wir nicht sagen.“

Ermittler hoffen auf konkrete Zeugenhinweise

Auch Suchmaßnahmen mit Mantrailern und Tauchern, Auswertungen von Videoaufzeichnungen und sozialen Medien brachten keinen Erfolg. Mit Rebecca sind auch Kleidungsstücke, eine Decke und ihr Handy verschwunden.

Eine heiße Spur fehlt den Ermittlern derzeit. Sie hoffen auf neue Zeugenhinweise. „Wir würden natürlich gern, wie schon vor einem Jahr, noch mal Zeugen gewinnen, die nicht aus der umfangreichen Medienberichterstattung kommen, sondern die sich doch noch an etwas erinnern können“, so Glage in „Bild“.

„Ermittler: „Noch einmal einen Ruck geben“

„Oder Personen, die sich bislang noch nicht getraut haben oder aus anderen Gründen bislang noch nichts den zuständigen Ermittlungsbehörden mitgeteilt haben, sich doch noch einmal einen Ruck zu geben und zu sagen, da und da habe ich etwas Interessantes gesehen.“

Hinweise nimmt das Landeskriminalamt Berlin oder die 3. Mordkommission unter der Telefonnummer 030/ 4664 911 3 33 oder per
E-Mail an lka113-hinweis@polizei.berlin.de entgegen.