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„Anne Will“ (ARD): Markus Söder hört bei Frage nur halbherzig hin – und überrascht mit DIESER Antwort

CSU-Chef Markus Söder hatte bei einer Frage am Sonntagabend bei „Anne Will“ (ARD) nicht so ganz aufgepasst.
CSU-Chef Markus Söder hatte bei einer Frage am Sonntagabend bei „Anne Will“ (ARD) nicht so ganz aufgepasst.
Foto: ARD

Nanu, was war das denn für ein kleiner Aussetzer von Markus Söder bei „Anne Will“ (ARD)?

Am Sonntagabend diskutierte der CSU-Vorsitzende und bayrische Ministerpräsident mit den anderen Gästen und Moderatorin Anne Will über die mögliche Kandidatur als Bundeskanzler aus Reihen der Union und das Coronavirus. Der Ministerpräsident sprach dabei immer wieder über die hohen Inzidenzen in den Grenzregionen – und hörte dabei einer Frage der Moderatorin offenbar nur halbherzig zu. Seine Antwort sorgte deswegen für ein wenig Verwunderung.

„Anne Will“ (ARD): Wer wird der nächste Bundeskanzler-Kandidat?

Seit der Wahl von Armin Laschet als CDU-Vorsitzender ist klar: Die Kandidatur als Bundeskanzler werden in der CDU und CSU zwischen Laschet und Söder ausgemacht. Zwar gibt es bereits erste Hinweise auf ein Datum, an dem die Entscheidung feststehen soll, Anne Will versuchte am Sonntagabend dennoch eine Tendenz vom zugeschalteten Markus Söder und ihrem Gast CDU-Politiker Volker Bouffier zu erhalten.

Viel schlauer war der Zuschauer in dieser Frage jedoch nicht. Bouffier betonte, man werde denjenigen aufstellen, der den „meisten Erfolg“ verspreche. Dieser messe sich jedoch nicht an Umfragewerten. Söder betonte, es komme nicht auf das „Ego des einen“ an, sondern auf die beste Aufstellung. Das Initiativrecht liege bei der CDU. Gesundheitsminister Jens Spahn, in Umfragen auch immer wieder als einer der beliebtesten Politiker genannt, erhält von Söder dabei einen Dämpfer. „Die Nummer eins in der CDU ist Armin Laschet“, so Söder.

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„Ich bin fest entschlossen“

Es gehe ein Ziel, dem sich jeder unterordnen müsse. Aufhorchen ließ dann jedoch sein Satz: „Ich bin fest entschlossen“ – bloß, das „wozu?“ von Anne Will ließ er unbeantwortet.

Saskia Esken, Parteivorsitzende der SPD, und Robert Habeck, Parteivorsitzender Die Grünen, wollten bei „Anne Will“ ebenfalls keine Prognose abgeben. Beide betonten, dass die Aufstellung der Partei für die Zeit nach Merkel nicht abgeschlossen sei. Vorangegangene Streitigkeiten in der Partei würden derzeit von Corona überdeckt und könnten danach wieder stärker zu Tage treten. Auch sei nicht klar, ob die der Kanzlerin zugeschriebene Stärke nun automatisch bei der Union bleibe, so Habeck.

Home-Office „eine große Chance“

Zweiter großer Diskussionspunkt bei „Anne Will“ war das Coronavirus. Dabei dominierte vor allem das Thema Home-Office. Grundsätzlich herrschte Einigkeit: Home-Office müsse ausgeweitet werden, um das Infektionsgeschehen positiv zu beeinflussen. Doch bei der Frage nach dem „wie“ gab es unterschiedliche Ansätze.

Während Christian Lindner, Parteivorsitzender der FDP, und Markus Söder gesetzliche Vorschriften klar ablehnten, brachte Habeck eine entsprechende Home-Office-Pflicht ins Gespräch. Der Vorteil: Diese könne vom Bund beschlossen werden, die Ministerpräsidenten der Länder mussten sich nicht extra einigen. Lediglich mit schriftlicher Begründung seien dann noch Ausnahmen möglich. Auch Esken nannte Home-Office „eine große Chance“.

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Markus Söder kam dabei im Gespräch mit „Anne Will“ auch immer wieder auf einen anderen vermeintlichen Infektionstreiber zu sprechen. „Wir stecken uns immer gegenseitig in Europa an“, so der bayrische Ministerpräsident mit Blick auf die deutschen Grenzen. Zur Not müsse man bei der Einreise und Quarantäne mit Kontrollen arbeiten. Kurios wird es wenig später, als Anne Will von Söder wissen will, ob man bei den Maßnahmen weitermachen könne, wie bisher.

Markus Söder mit dickem Geografie-Lapsus

Man müsse mit Bus und Bahn zur Arbeit fahren, könne dort theoretisch mit den Kollegen in der Teeküche sitzen, dürfe sich im Park jedoch nur mit einer haushaltsfremden Person treffen. „Das ist in sich nicht logisch“, so Will. „Kann man so weitermachen wie bisher?“, fragt die Moderatorin. Söder betont, man mache „mit das Meiste“ in allen Bundesländern. „Gerade weil wir die Hotspots hatten, immer in den Grenzregionen, kann man es ganz genau nachvollziehen. Übrigens wie in vielen Bundesländern, die direkt an Grenzen sind.“

Anne Will versucht dazwischen zu grätschen und wirft ein: „Thüringen zum Beispiel?“. Söder scheint sich durch den Einwurf eher gestört zu fühlen und geht nach einem kurzen „ganz genau“ auf Mecklenburg-Vorpommern als anderes Beispiel ein. Aber Moment! Da ist dem CSU-Chef aber ein gehöriger Lapsus unterlaufen!

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Der Freistaat wies zuletzt die höchste Sieben-Tage-Inzidenz von allen Bundesländern auf. Bloß: Im Zusammenhang mit den Grenzregionen ist das Bundesland vielleicht nicht das geeignetste Beispiel. Denn Thüringen hat gar keine Grenze zu einem Nachbarland. Es ist umschlossen von Sachsen, Sachsen-Anhalt, Bayern, Hessen und Niedersachsen. Da hat Markus Söder offenbar kurz geschlafen bei dem Einwurf von Anne Will.

Die ganze Folge von Anne Will kannst du dir hier in der ARD-Mediathek anschauen.(dav)