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Bodo Ramelow: Dieser Aufruf bringt ihn zur Weißglut „Traditionslinie des Terrors“

Der Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow stellt sich auf die Seite von Innenminister Georg Maier. (Archivbild)
Der Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow stellt sich auf die Seite von Innenminister Georg Maier. (Archivbild)
Foto: IMAGO / Karina Hessland

Erfurt. Deutliche Worte von Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow.

Angesicht eines Aufrufs in Sozialen Medien vor dem Haus von Innenminister Georg Maier (SPD) zu demonstrieren, zeigte sich der Ministerpräsident entsetzt. Es sei „unerträglich“, wenn Menschen gezielt dazu aufriefen „vor den Privathäusern von Verantwortungsträgern 'aufzumarschieren'“, sagte Bodo Ramelow am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Bodo Ramelow: „Erinnert an die Methoden der SA“

„Dies erinnert fatal an die Methoden der SA und offensichtlich hat man keine Probleme mehr, sich auf dieser Traditionslinie des Terrors zu bewegen“, sagte Ramelow. Die SA war eine paramilitärische Organisation im Nationalsozialismus.

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Das ist Bodo Ramelow:

  • Bodo Ramelow wurde am 16. Februar 1956 in Osterholz-Scharmbek in Niedersachsen geboren
  • Als er acht Jahre alt war, starb sein Vater an einer Kriegsverletzung
  • Er ist zum dritten Mal verheiratet, seit 2006 mit Germana Alberti vom Hofe; hat zwei erwachsene Söhne aus erster Ehe
  • seit dem 4. März 2020 der Ministerpräsident des Freistaates Thüringen
  • Bodo Ramelow war bereits von Dezember 2014 bis 5. Februar 2020 Ministerpräsident
  • erster Linken-Ministerpräsident in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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Hintergrund ist, dass in sozialen Netzwerken zu einer Demonstration vor dem Privathaus von Maier und seiner Familie im Landkreis Gotha aufgerufen wurde. Ein Sprecher der Landespolizeidirektion bestätigte, dass solche Nachrichten im Netz kursieren. Man prüfe diese derzeit.

Ramelow sagte, er solidarisiere sich mit Innenminister Maier und seiner Familie. „Wirklich besorgte Bürger können sich jetzt aber entscheiden, ob sie sich wirklich gemein machen wollen mit Gewalt und Einschüchterungen“, sagte Ramelow.

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Er rief die Menschen in Thüringen dazu auf, sich von sogenannten Spaziergängen zu distanzieren, die nur dazu dienten, Gewalt und Einschüchterung vor private Wohnadressen von Politikern zu tragen. „Wehren Sie sich gegen diese Vereinnahmung durch Personen, denen es überhaupt nicht um Sorgen durchs Impfen geht.“ Zuvor hatte Ramelow mit einer Kampfansage an bestimmte Impfgänger für Aufsehen gesorgt >>>. (dpa)