Braunschweig 

Hakenkreuze auf Stolpersteinen

Foto: David Janzen / DokuRechts

Braunschweig. In den letzten Tagen haben Unbekannte in Braunschweig angeblich mehrere "Stolpersteine" im Östlichen Ringgebiet von Braunschweig mit Hakenkreuzen beschmiert. Diese Messingsteine erinnern an die Schicksale der von den Nazis verfolgten, deportierten und ermordeten Juden aus Braunschweig.

Das "Bündnis gegen Rechts" glaubt, dass Neonazis aus dem Spektrum der NPD-Jugendorganisation "Junge Nationaldemokraten" hinter den Schmierereien stecken. Im Internet haben die Aktivisten eine Bilddatenbank erstellt, wo sie Fotos der Parolen sammeln.

Lehndorf und Östliches Ringgebiet beschmiert

Demnach werden in den letzten Wochen vor allem Lehndorf und das Östliche Ringgebiet beschmiert und beklebt. Neben Hakenkreuzen sind auch Schriftzüge wie "NS", "NSU“, "NPD", "Nazi Zone" oder "Nazi Kiez" zu sehen. Außerdem wurden Hauswände, Litfaßsäulen und Laternen mit entsprechenden Aufklebern verunstaltet.

Für den Sprecher des "Bündnis gegen Rechts", David Janzen, nehmen Politik, Stadt und Behörden das Problem nicht ernst genug. "Wenn Menschen von Neonazis angegriffen werden, wenn Gedenksteine für die von den Nazis verfolgten, deportierten und ermordeten jüdischen Bürgerinnen und Bürgern mit Hakenkreuzen beschmiert werden, dann haben wir in dieser Stadt ein Problem. Darüber müssen wir reden. Dieses Problem muss endlich ernst genommen und es muss gehandelt werden", sagt Janzen.

2015 verdreifachte sich rechte Gewalt

Die von der Polizei registrierten rechtsmotivierten Gewalttaten in Braunschweig hatten sich 2015 im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht. Wurden 2014 nur sechs Gewalttaten gezählt, waren es 2015 insgesamt 18. Im Durchschnitt also 1,5 Gewalttaten im Monat.

Die Zahl der rechten Straftaten haben sich laut Innenministerium fast verdoppelt (von 51 auf 91). Damit steht Braunschweig im Vergleich zu anderen Orten in Niedersachsen nach der Region und Stadt Hannover an dritter Stelle bei der Zahl rechtsmotivierter Straftaten im Jahr 2015.