Veröffentlicht inBraunschweig

Braunschweiger setzen sich für Marihuana ein

IMG_0406.JPG
Thurid (26) setzt sich für die Legalisierung von Marihuana ein. Foto: Julia Gresförder

Braunschweig. 

Unter dem Motto „Legalize it!“ sind am Samstagnachmittag, 7. Mai 2016, etwa 100 Menschen durch die Innenstadt gezogen, um sich für die Legalisierung von Marihuana einzusetzten. „Wir möchten, dass Marihuana nicht nur für medizinische Zwecke, sondern komplett legalisiert wird“, sagt Organisator Benjamin Klein.

Der 28-Jährige möchte, dass der Umgang mit Marihuana geregelt wird: „Auch der Verkauf muss geregelt werden, wenn sich da der Staat drum kümmern würde, hätten wir die schwarzen Schafe nicht mehr, die Marihuana mit anderen Stoffen mischen, um mehr Gewinn zu machen.“

Thurid (26) möchte hingegen eine Regelung im Bereich Verkehr. „Es muss werte geben, die regeln, wann ich Auto fahren darf und wann nicht. Wie mit dem Alkohol.“ Ihr Motto ist: „Don’t Panic, it’s organic“, also keine Panik, es ist natürlich.

Gegen eine Kriminalisierung sind auch Anne (33) und Ingo (35). „Ich finde, das Verhältnis von Marihuana rauchen und anderen kriminellen Handlungen ist überzogen“, sagt Anne. „Es wird immer argumentiert, dass wir Jugendliche schützen wollen, damit beschneiden wir aber die Rechte von Erwachsenen“, sagt Ingo. „Da es verboten ist, rauchen viele Jugendlichen heimlich einen Joint, statt offen mit ihren Eltern darüber zu reden und sich über Marihuana aufklären zu lassen – das kann dann auch zu Isolation führen“, erklärt der 35-Jährige. Eine vernünftige Aufklärung führe dagegen zu vernünftigen Umgang mit Marihuana.

Die Blicke der Braunschweiger hatten die Demonstrierenden auf jeden Fall sicher. Mit Rasseln, Pfiffen und Rufen machten sie auf sich und ihre Mission aufmerksam. „Ich bin sehr zufrieden, es haben viele bei unserem Global Marijuana March mitgemacht und sich auch informiert.“ Denn Klein stand bereits vor dem Protestmarsch auf dem Schlossplatz und hat alle Interessenten aufgeklärt. „Natürlich ist bei manchen Menschen auch ein Suchtpotential vorhanden, aber das ist ja auch bei Alkoholikern vorhanden, daher machen wir ja auch auf die Gefahren aufmerksam – und auf Suchtberatungen in der Gegend“, sagt Klein.