Braunschweig 

KZ-Gedenkstätte: Neue Tafeln bis Ende Mai

Die Gedenkstätte Schillstraße, die der Opfer des ehemaligen KZ-Außenlagers Neuengamme gedenkt.
Die Gedenkstätte Schillstraße, die der Opfer des ehemaligen KZ-Außenlagers Neuengamme gedenkt.
Foto: Christopher Kulling
  • Firma muss wohl alle Tafeln erneuern.
  • Stadt hat Anzeige erstattet.
  • Polizei lehnt vorschnelle Reaktionen ab.

Braunschweig. Nach den Schmierereien an der KZ-Gedenkstätte Schillstraße müssen wohl alle 75 Gedenktafeln erneuert werden. Die von der Stadt Braunschweig beauftragte Werbetechnikfirma sagte news38.de, nächste Woche wolle man letzte Details mit der Stadt klären.

Unter anderem gehe es um die Daten und Bilder, die auf die Gedenktafeln sollen. Da müsse man ins Archiv, weshalb die Produktion nicht von heute auf morgen zu schaffen sei. Ziel sei es aber, dass die Tafeln Ende Mai wieder dort hängen, wo sie hingehören - an der Steinwand der Gedenkstätte.

Stadt will Hinweistafeln anbringen

Dort waren sie am gestrigen Mittwoch, 11. Mai 2016, abgehängt worden. Auch die Schmiereien wurden überstrichen. Rainer Keunecke von der Stadt Braunschweig sagte uns, dass noch im Laufe des Donnerstags eine neue Hinweistafel angebracht wird, so Keunecke. Die Stadtverwaltung überlegt außerdem, wie das Gelände künftig besser überwacht und geschützt werden kann. Als Träger der Einrichtung erstatte die Stadt Anzeige.

Videoüberwachung: Polizei hat Bedenken

Polizeisprecher Wolfgang Klages warnt vor vorschnellen Reaktionen. Eine Videoüberwachung an der Gedenkstätte sieht er kritisch: "Das ist ein Ort der Erinnerung und der Ruhe. Er wurde bewusst so angelegt. Eine Kamera würde stören - wohl auch die Besucher. Zumal Videoüberwachung eh keine Straftat verhindert. Dann maskieren sich die Täter einfach", sagte Klages gegenüber news38.de.

Bündnis gegen Rechts nicht überrascht

Das Braunschweiger "Bündnis gegen Rechts" hat seine Kritik an Polizei und Stadt unterdessen wiederholt. Beide würden das Problem mit rechter Gewalt und neonazistischen Aktivitäten herunterspielen, schreibt das Bündnis. Die Attacke sei "leider fast zu erwarten" gewesen - nach all den rechten Schmiererein und dem Verunstalten einiger Stolpersteine.

Die KZ-Gedenkstätte Schillstraße war in der Nacht zu Mittwoch von Unbekannten verschandelt worden. Wer hinter dem Angriff steckt, ist unklar. Teilnehmer einer Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus am Sonntag hatten von drei Neonazis berichtet, die die Veranstaltung fotografiert und mit Parolen gestört hatten. "Ob es da einen Zusammenhang gibt, ist derzeit reine Spekulation", sagte Gedenkstättenleiter Frank Ehrhardt am Donnerstag.