Braunschweig 

Wo Schmerzpatienten auf Hilfe hoffen können

Pain Care Managerin und Heilpraktikerin Jutta Dittrich und Schmerztherapeut Christoph Wiese erläutern die neue Schmerzambulanz am HEH.
Pain Care Managerin und Heilpraktikerin Jutta Dittrich und Schmerztherapeut Christoph Wiese erläutern die neue Schmerzambulanz am HEH.
Foto: Christopher Kulling

Braunschweig. "Wir sind zu früh dran", sagt Christoph Wiese. Der Schmerztherapeut am Herzogin Elisabeth Hospital (HEH) guckt auf den Kalender: "Eigentlich ist erst morgen der 'Aktionstag gegen den Schmerz' - aber das HEH ist eben schon weiter." Damit ist das Eis gebrochen – nicht ganz unwichtig bei dem Thema Schmerz.

Am Montagabend, 6. Juni 2016, hat der Schmerztherapeut zusammen mit der Pain Care Managerin und Heilpraktikerin Jutta Dittrich die neue ganzheitliche Schmerztherapie am HEH vorgestellt. Die Resonanz war groß, das Foyer war bis auf den letzten Platz besetzt. Das passt auch zu den neuesten Zahlen; rund zehn Millionen Menschen in Deutschland klagen über Schmerzen – das ist immerhin jeder Achte. Rund eine Million Menschen holt sich professionelle Hilfe. "Am häufigsten haben die Menschen Rückenschmerzen", sagt Wiese im news38.de-Interview. Sowieso: Der Bewegungsapparat macht oft Probleme.

Schmerz ist oft Kopfsache

Es gibt Schmerzen, die unheilbar sind. Hier kann man höchstens lindern – vor allem der Kopf ist dafür entscheidend, verraten Wiese und Dittrich: "Bei Ganzkörperschmerzen gilt es, den Fokus vom Schmerz wegzunehmen. Da geht es vor allem darum, den Betroffenen Lebensqualität und -freude zurückzugeben."

Das ist auch das große Ziel der neuen Schmerzambulanz, die es seit gut sechs Wochen am HEH gibt. Vier Schmerztherapeuten und die Pain Care Managerin kümmern sich zusammen um die Patienten. "Teamwork ist ganz wichtig", betont Wiese. "Wir wollen weg von der 'Wir-geben-dir-eine-Spritze-Therapie'." Klar gibt es die ganz normale Therapie mit Medikamenten oder Infusionen. Darüber hinaus werden andere Ansätze angewendet, unter anderem koreanische Handakupunktur oder dynamische Muskelstimulation. "Das Angebot wird gut angenommen", freut sich Dittrich.

Zunächst müssen die Patienten einen Schmerzfragebogen ausfüllen, dann werden individuelle Angebote erstellt. Kassenpatienten sollten sich vorher mit ihrer Krankenkasse abstimmen.

Morgen Aktionstag in Wolfenbüttel

Um das Thema Schmerz geht es auch am morgigen Dienstag, 7. Juni, in Wolfenbüttel. Das Städtische Klinikum lädt von 9 bis 12 Uhr zum "Aktionstag gegen den Schmerz" ein. Dann beantworten Mitglieder des Behandlungsteams Fragen rund um die Schmerztherapie am Klinikum Wolfenbüttel.

Darüber hinaus bietet die Deutsche Schmerzgesellschaft am Dienstag von 9 bis 18 Uhr eine kostenfreie Telefon-Hotline an. Unter 0800/1818120 stehen dann Schmerzexperten aus ganz Deutschland Betroffenen und Angehörigen Rede und Antwort.

App gegen Schmerzen

Es gibt auch eine schmerzApp, die alle relevanten Schnell-Informationen und Kurzartikel rund um das Thema Schmerz sammelt, unter anderem geht es dort um die vielen verschiedenen Aspekte von Schmerz, Schmerzerkrankungen und -therapien.