Braunschweig 

Fall Podehl: Polizeipräsident bricht sein Schweigen

Michael Pientka, Präsident der Polizeidirektion Braunschweig.
Michael Pientka, Präsident der Polizeidirektion Braunschweig.
Foto: dpa

Braunschweig/Wolfsburg. Im Fall des wegen strafrechtlicher Ermittlungen von seinem Posten abgelösten bisherigen Wolfsburger Polizeichefs Ulrich Podehl und des gleichzeitig eingeleiteten Disziplinarverfahrens gegen den Braunschweiger Polizeipräsidenten Michael Pientka nimmt jener heute Stellung.

Am frühen Nachmittag des heutigen Freitag, 5. August, will sich der Präsident den Medien stellen und damit auch das Rätselraten beenden, das seit dem bisher beispiellosen Vorgang in der Region 38 eingesetzt hatte.

Das Innenministerium in Hannover hatte die Ablösung des Wolfsburger Polizeichefs in Wolfsburg wegen "schwerwiegender Vorwürfe" zu einem "Vorgang im innerdienstlichen Bereich" angewiesen; Pientka und sein Stellvertreter Roger Fladung mussten daraufhin am Donnerstag, 28. Juli, nach Wolfsburg reisen und dem offenbar völlig überraschten Polizeidirektor Podehl seine sofortige Versetzung in die Zentrale Polizeidirektion nach Hannover mitteilen.

Gegen Pientka selbst hat das Innenministerium ein Disziplinarverfahren eingeleitet - dabei soll nach Angaben eines Ministeriumssprechers geklärt werden, ob der Braunschweiger Polizeipräsident von den Vorwürfen gegen den ihm unterstellten Polizeidirektor wusste und wie er damit umgegangen ist.

Zusätzlich mysteriös erscheint der Fall bisher auch deshalb, weil die Podehl unterstellte Chefin der Wolfsburger Kriminalpolizei, Imke Krysta, im Juni ihren Posten verlassen hat und zeitweise bei der Polizeidirektion Braunschweig eingesetzt war. Seit dem 1. August wiederum ist sie ins Innenministerium abgeordnet - formal ist sie jedoch weiterhin Leiterin der Kriminalpolizei.