Braunschweig 

Beim Parlamentarischen Abend beginnt die Zukunft im Kopf

Auf dem Podium diskutierten: (v.l.) Joachim Block (Leiter der norddeutschen Standorte des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR)), Helmut Streiff (Präsident der Industrie- und Handelskammer Braunschweig), Olaf Kahle (Präsident der Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg), Julius von Ingelheim (Geschäftsführer der Allianz für die Region), Moderatorin Nina Ruge, Matthias Wunderling-Weilbier (Niedersächsischer Landesbeauftragter für regionale Landesentwicklung, Amt Braunschweig), Johanna Wanka (Bundesministerin für Bildung und Forschung), Jürgen Hesselbach (Präsident der Technischen Universität Braunschweig), Thomas Schmall (Komponentenvorstand Marke Volkswagen) und Ulrich Markurth (Oberbürgermeister der Stadt Braunschweig).
Auf dem Podium diskutierten: (v.l.) Joachim Block (Leiter der norddeutschen Standorte des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR)), Helmut Streiff (Präsident der Industrie- und Handelskammer Braunschweig), Olaf Kahle (Präsident der Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg), Julius von Ingelheim (Geschäftsführer der Allianz für die Region), Moderatorin Nina Ruge, Matthias Wunderling-Weilbier (Niedersächsischer Landesbeauftragter für regionale Landesentwicklung, Amt Braunschweig), Johanna Wanka (Bundesministerin für Bildung und Forschung), Jürgen Hesselbach (Präsident der Technischen Universität Braunschweig), Thomas Schmall (Komponentenvorstand Marke Volkswagen) und Ulrich Markurth (Oberbürgermeister der Stadt Braunschweig).
Foto: Allianz für die Region GmbH/ Matthias Leitzke

Berlin. Forschung und Wissenschaft gehören zum Fundament für die Wettbewerbsfähigkeit und Standortattraktivität einer Region. Das haben Wissenschaftler, Unternehmer und Politiker aus unserer Region am Donnerstag, 29. September, beim Parlamentarischen Abend in Berlin unterstrichen. Unter dem Motto "Die Zukunft beginnt im Kopf" diskutierten sie dabei das Zusammenspiel von Forschung, Wissenschaft und Wirtschaft in der Region Braunschweig-Wolfsburg.

Große Pläne für Region 38

Vor über 350 Gästen zogen sie Bilanz und wagten zugleich einen Blick in die Zukunft der Region um die Städte und Landkreise Braunschweig, Gifhorn, Goslar, Helmstedt, Peine, Salzgitter, Wolfenbüttel und Wolfsburg. Erklärtes Ziel sei und bleib es, den Wirtschaftsraum zu einer Referenzregion für Arbeit und Lebensqualität auszubauen, schreibt die Allianz für die Region GmbH, die den Parlamentarischen Abend im TIPI am Kanzleramt in Kooperation mit den Industrie- und Handelskammern Braunschweig und Lüneburg-Wolfsburg veranstaltete.

Forschungsstarke Region

Laut Eurostat ist die Region Braunschweig-Wolfsburg gemessen an der Forschungs- und Entwicklungsintensität europaweit eine der besten. Dabei bilde die Mobilitätsforschung und -wirtschaft, die zahlreiche Schnittstellen zu anderen Wissens- und Anwendungsfeldern hat, den Kern der Wirtschafts- und Forschungskraft der Region, heißt es. Aber auch die Branchen IT, Finanzen, Stahl und Chemie seien stark vertreten.

Hand in Hand für eine starke Region

Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU) hob die Bedeutung der Region Braunschweig-Wolfsburg als "größtes Forschungszentrum in Deutschland" hervor. Erst vor einer Woche hat sie in Wolfsburg mit der Open Hybrid LabFactory, OHLF, die Forschungsfabrik für hybriden Leichtbau eröffnet. Hier arbeiten künftig Partner aus Industrie und Wissenschaft am Auto der Zukunft, das leichter, schadstoffärmer und kostengünstiger werden soll.

In diesem Kontext lobte die Ministerin insbesondere die enge Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen in der Region: "Die fruchtbare Kooperation von Wissenschaft und Wirtschaft führt zu Entwicklungen, die bei den Menschen ankommen und unser Leben verbessern. So entstehen Innovationen und neue Perspektiven für die Region und den Wissenschaftsstandort Deutschland gleichermaßen", sagte Wanka. Außerdem möchte die Niedersächsin gerne, dass ein Großprojekt zur Elektromobilität an ihr Heimat-Bundesland geht: "Ich werde alles dafür tun, dass wir den Zuschlag bekommen", sagte Wanka.

Erfolgreich vernetzt

Dass sich Wissenschaft und Wirtschaft in der Region Braunschweig-Wolfsburg in den letzten Jahren erfolgreich vernetzt haben, bestätigte unter anderem TU Braunschweig-Präsident Jürgen Hesselbach. Dabei seien innovative Formen der Zusammenarbeit entstanden, die eine gute Basis für die Innovationsfähigkeit und eine wissensbasierte Regionalentwicklung bilden.

"Wir pflegen eine gute Zusammenarbeit in der Lehre und Forschung. Einer unserer klaren Schwerpunkte ist die Mobilität, mit herausragenden Forschungsprojekten wie etwa zum autonomen Fahren und zum elektrischen beziehungsweise hybriden Fliegen. Die vielfältigen Forschungskooperationen machen die Region zu einem ‚LivingLab‘, in dem die innovative Gestaltung von Stadt- und Lebensräumen der Zukunft direkt bei und mit den Menschen erforscht und entwickelt wird", erklärte er.

Chancen für eine nachhaltig erfolgreiche Zukunftsregion

"Eine der entscheidenden Herausforderungen ist es, Wissen in Arbeit zu überführen", erklärte Matthias Wunderling-Weilbier, Landesbeauftragter für regionale Landesentwicklung Braunschweig. Je besser das gelingt, desto zukunftssicherer ist unsere Region. Wunderling-Weilbier ist zuversichtlich, dass durch die neuen technologischen Herausforderungen Arbeitsplätze geschaffen werden und die Region so weiter an Attraktivität gewinnt. "Wir wollen einen Innovationscampus schaffen", sagte der ehemalige Landrat des Kreises Helmstedt.

Auch Thomas Schmall von Westerholt, Mitglied im Markenvorstand‎ VW, blickte in die Zukunft: "Wir wollen bei Transformation der Komponentenwerke erreichen, dass Kernkompetenzen wie Brennstoffzellen- und Batterieentwicklung in der Region Braunschweig, Salzgitter, Wolfsburg angesiedelt und gehalten werden - auch wenn wichtige Märkte wie China versuchen, durch gesetzliche Vorgaben Forschung in ihre Länder zu ziehen."

Der Parlamentarische Abend der Allianz für die Region GmbH fand zum dritten Mal in Berlin statt. Ziel ist es, vor politischen Entscheidungsträgern nachhaltig für den Standort zu werben.