Braunschweig 

Niedersachsen-Derby: Polizei rechnet mit gewaltbereiten Fans

Gewaltbereite Fans (Symbolbild)
Gewaltbereite Fans (Symbolbild)

Braunschweig. Auf das Niedersachsen-Derby zwischen der Eintracht Braunschweig und Hannover 96 am Sonntag, 6. November, freuen sich eigentlich alle - auch wenn es sich um ein brisantes Spiel handelt. "Das Spiel wurde vom DFB mit erhöhtem Risiko eingestuft", erklärt Eintracht-Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt. Dementsprechend ist auch das Sicherheitskonzept verschärft worden.

So werden die Fans bereits ab 11 Uhr ins Stadion gelassen. Anstoß ist um 13.30 Uhr. Die Besucher sollten sich jedoch auf lange Wartezeiten einrichten, da die Einlasskontrollen besonders streng werden. "Pyrotechnik und Glasflaschen sind verboten", erklärt Voigt. Und auch Alkohol wird nicht ausgeschenkt.

Die Polizei rechnet mit insgesamt 500 bis 750 potenziell gewaltbereiten Anhängern beider Lager. Deshalb werden beim Spitzenspiel der zweiten Fußball-Bundesliga deutlich mehr Einsatzkräfte vor Ort sein als an gewöhnlichen Spieltagen. Das sagte Roger Fladung, Vizepräsident der Braunschweiger Polizei, am Dienstag bei der Vorstellung des Sicherheitskonzepts.

Schon Wochen vor dem Vorverkaufsstart hatten 440 Problemfans Aufenthalts- und Betretungsverbote für das Eintracht-Stadion erhalten.

Konzept gemeinsam erarbeitet

Seit Mai hätten die beiden Vereine gemeinsam an einem Konzept gearbeitet, was dann dem Innenministerium vorgelegt wurde. "Wir wollten auf jeden Fall auch Fans aus Hannover im Stadion haben, denn davon lebt so ein Spiel. Jetzt sind etwa zehn Prozent unserer 23.000 Plätze Gästekontingent", erklärt Voigt.

Fünf Busse bringen die 96-Fans von Hannover direkt nach Braunschweig. Für Gästefans, die mit dem eigenen Auto anreisen wollen, ist ein Parkplatz an der Ecke Pillmannstraße/Christian-Pommer-Straße vorgesehen. Von dort aus bringt ein Shuttle die Gästefans zum Stadion. Ein weiterer Shuttle fährt vom Hauptbahnhof zum Stadion.

Sperrungen und Umleitungen

Im Zusammenhang mit dem Spiel wird es rund um das Eintracht-Stadion auch Einschränkungen im Verkehr geben. Aus Richtung Innenstadt ist die Hamburger Straße in Höhe der Siegfriedstraße ab 9 Uhr voll gesperrt. Autos und auch Straßenbahnen werden nach rechts über die Siegfriedstraße in Richtung Nibelungenplatz geleitet.

Aus Richtung Norden wird die Hamburger Straße ebenfalls ab 9 Uhr in Höhe der Schmalbachstraße gesperrt. Straßenbahnen verkehren dann nicht und werden durch Linienbusse ersetzt. Daneben wird am gesamten Sonntag ein absolutes Halteverbot rund um das Eintrachtstadion eingerichtet.

Für Fußballfans von Hannover 96 steht zum Derby ein Sonderzug bereit. In den Waggons der Westfalenbahn ist nach Angaben der Polizei Platz für rund 1.000 Anhänger. Der Zug fährt ohne Zwischenhalt am Vormittag vom Hauptbahnhof in Hannover nach Braunschweig. Von dort geht es per Shuttlebus zum Stadion. Nach dem Spiel fährt der Zug wieder zurück in die Landeshauptstadt.

Appell an die Fans

Nicht nur die Vereine und Behörden, auch die Fans müssen funktionieren, erklärt Voigt. Daher haben die Clubs auch die Fans eingebunden. "Wir haben mit dem Braunschweiger Fan-Rat gesprochen", sagt Voigt. Er hofft, dass sich die Fans an die Regeln halten.