Braunschweig 

Schlaue Studierendenbuden eingeweiht: Wohnen im vernetzten Haus

Fabrice Tchopfambie Nkameni (rechts) studiert Informations-Systemtechnik und zieht in eine der Forschungswohnungen ein. Mit Projektleiter Harald Schrom tauscht er sich regelmäßig aus.
Fabrice Tchopfambie Nkameni (rechts) studiert Informations-Systemtechnik und zieht in eine der Forschungswohnungen ein. Mit Projektleiter Harald Schrom tauscht er sich regelmäßig aus.
Foto: TU Braunschweig

Braunschweig. Sind die Fenster zu? Ist der Herd aus? Solche und ähnliche Fragen leuchten auf einem Textdisplay an der Wohnungstür auf. In einem komplett vernetzten Haus forschen Studenten und Wissenschaftler der Technischen Universität (TU) Braunschweig zur Zukunft des Wohnens.

Das Forschungshaus mit sechs Wohnungen wurde am Donnerstag, 17. November, in Braunschweig vorgestellt. "Die Idee ist, das Leben nicht nur bequemer, sondern auch sicherer zu machen", sagte Ulrich Reimers, der Vizepräsident der TU Braunschweig.

Eigenständig wohnen im Alter

Vor allem für ältere Menschen oder Menschen mit Behinderung soll die moderne Technik Erleichterungen bringen. Ein Ziel ist, dass ältere Menschen so lange wie möglich eigenständig in ihrem Zuhause leben können.

Der von außen unscheinbare Altbau in einer Wohngegend im Norden Braunschweigs hat ein hochmodernes Innenleben: 600 Rechner sind dort unsichtbar eingebettet, die die Wohnungen steuern. Verbunden sind die Computer mit einem einzigen Kabel. Eine zentrale Software regelt Heizung, Klima und Licht autark.

Themenbezogene Wohnungen

"Jede Wohnung hat ein eigenes Thema", erklärte Projektleiter Harald Schrom. In einem medizinischen Raum erforschen Wissenschaftler, wie solche vernetzten Wohnungen betreutes Wohnen unterstützen können. Die Räume sind in schlichtem Weiß getüncht. Nur eine breitere Kabelverkleidung an der Decke deutet auf die Technik hin. Zu sehen sind allerdings nur ein Rauchmelder und steckdosengroße Kästchen mit Bewegungsmeldern.

"Mir ist wichtig, dass ein Patient selbst bestimmt, wer seine Daten bekommt", sagte Reinhold Haux, Direktor des Peter L. Reichertz Instituts für Medizinische Informatik der TU Braunschweig und der Medizinischen Hochschule Hannover. In den Wohnungen findet sich keine einzige Kamera. Sensoren registrieren Bewegungen und messen so die Aktivitäten der Bewohner. Auf diese Weise soll es möglich sein, beispielsweise einen Sturz zu melden. Die Forschung soll helfen, ambulante Pflegemodelle zu entwickeln.

Braunschweig 

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Baustelle auf dem Messeweg.
Baustelle auf dem Messeweg.
Foto: Fabien Tronnier
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