Braunschweig 

Joe Cocker lebt weiter: Mario Franke gibt Tribute-Konzert

"Cocker - still alive" in Grimma: Mario Band (Mitte) mit der Band.
"Cocker - still alive" in Grimma: Mario Band (Mitte) mit der Band.
Foto: privat
  • Joe Cocker-Tribute-Konzert am 11. Dezember in der Brunsviga.
  • Mario Franke hält die Musik des 2014 verstorbenen Sängers am Leben.
  • Wir verlosen Karten für das Konzert.

Braunschweig. Als Joe Cocker am 22. Dezember 2014 starb, klingelte das Handy von Mario Franke den ganzen Tag. "Hast du schon gehört?", fragten ihn mehrere befreundete Musiker.

"Er hatte Lungenkrebs", erzählt Mario Franke. "Erstaunlich, wenn man bedenkt, dass noch Konzerte geplant waren." Er selbst habe sich im Nachhinein noch Konzertaufnahmen angesehen, um einen Hinweis auf Cockers Krankheit zu finden. "Aber da war nichts. Der hat nicht einmal auf der Bühne gehustet." Franke lächelt. "Vielleicht haben sie das aber auch rausgeschnitten."

Die Anfänge

Mario Franke ist hauptberuflich Ergotherapeut. Bekannt wurde er einem breiten Publikum jedoch als Musiker. Die Leidenschaft für die Musik hat er in seiner Heimatstadt Gotha entdeckt: Der Vater eines Freundes hatte eine Gitarre, die immer sicher auf dem Schrank verstaut war – und natürlich auch heimlich heruntergeangelt wurde.

"Das hatte immer so was Mystisches", erinnert sich Franke. Später haben seine Freunde nach und nach eigene Gitarren bekommen, sodass sie sich gegenseitig Akkorde beibringen konnten. Mit 14 Jahren hatte er dann seine ersten öffentlichen Auftritte, für die er auch schon etwas Geld bekam.

Der Blues hatte es ihm angetan, und so ist es keine Überraschung, dass er auf Joe Cocker aufmerksam wurde. Cocker, der viele Songs gecovert hat, schaffte es, den Liedern mit seiner Interpretation eine neue Dimension zu verleihen, so Franke.

"Der wilde Osten"

Anfang der Achtziger stellte der Musiker einen Ausreiseantrag, was es schwierig machte, auf der Bühne zu stehen. Auch mit einem Auftrittsverbot habe er deshalb gerechnet, was seine Karriere nachhaltig beeinflusst hätte. 1985 wurde ihm dann die Ausreise aus "dem wilden Osten", wie er sagt, gewährt.

Wahlheimat Braunschweig

In seiner Wahlheimat Braunschweig fand Franke schnell Anschluss an die Musikszene - und stellte einige Unterschiede zwischen dem ost- und westdeutschen Publikum fest. "In der DDR war es ganz normal, dass ein Konzert gegen 18 Uhr anfing und bis Mitternacht ging", erzählt er.

Applaus gab es in Ostdeutschland eher selten - "wenn es den Leuten gefallen hat, hat man das daran gesehen, dass sie auf der Tanzfläche waren. Im Westen wurde kaum getanzt - und wegen allem geklatscht", schmunzelt er.

London Calling

In mehr als 30 Jahren hat Franke mit verschiedenen Bands zusammen gearbeitet. Schließlich traf er die "London Bluesmasters", die ihn fragten, ob er sich vorstellen könnte, bei ihnen als Sänger einzusteigen.

Zu den Bandmitgliedern gehörten der Gittarist von Eurythmics, der Keyboarder von Gary Moore, der Schlagzeuger von Ray Davies und ein Bassist, der bereits beim Ukulele Orchestra of Great Britain gespielt hatte.

Mittlerweile hat Franke mit den "Bluesmasters" drei Alben produziert. Seine britischen Kollegen hat er sehr ins Herz geschlossen - wenn er mit ihnen auf Tour geht, sei das wie "Männerurlaub".

Faszination Cocker

Obwohl die "Bluesmasters" auch Covers spielten, waren seine Bandkollegen immer dagegen, dass er einen Song von Joe Cocker ins Programm aufnahm. "Die Jungs haben immer gesagt: Mach dein eigenes Ding. Du bist der Mario, nicht Joe Cocker." Frankes Stimmgewalt ist der Cockers sehr ähnlich, sodass er oft als "Joe Cocker Double" gehandelt wird.

Die Gelegenheit, den britischen Musiker zu covern, bekam er dann in der Musikscheune Schönbach. Ramona und Jens Thiele, befreundete Musiker von Franke, beherbergten ihn und die "Bluesmasters" in ihrem Gasthaus – und hatten die Idee, mal zusammen Musik zu machen. Franke schlug einen Titel von Cocker vor – die Engländer stimmten ausnahmsweise zu.

Von da an kam eins zum anderen: Die Thieles kannten einen Veranstalter, der ein Cocker-Konzert ausrichten wollte. Franke war einverstanden, es kamen noch weitere Musiker aus Leipzig, Berlin und Dresden dazu. Mittlerweile gehen die acht Bandmitglieder zusammen auf Tour - unter dem Namen "Cocker - still alive".

Die Musik am Leben erhalten

Dieses Jahr waren Franke und die Band bereits bundesweit unterwegs. Am Sonntagabend, 11. Dezember, um 20 Uhr treten sie zum zweiten Mal in der Brunsviga in Braunschweig auf. Er freut sich schon auf das Konzert: "Cockers Musik steht für Freiheit, dafür, dass die Welt groß und offen ist." Dieses Gefühl möchte er mit den Tribut-Konzerten erhalten.

Lampenfieber hat Franke eigentlich nicht. "Dafür bleibt auch keine Zeit", lacht er. Die Band hat eine Whatsapp-Gruppe, in der sie ihre Proben und Auftritte organisiert. Während unseres Gesprächs klingelt Frankes Handy mehrmals mit neuen Nachrichten. Bis zum Konzert ist also noch einiges zu tun...

Verlosung

Habt Ihr Lust, am 11. Dezember "Cocker - still alive" zu erleben? Dann könnt Ihr bei unserer Verlosung mitmachen: news38.de verlost 6x2 Freikarten für das Konzert in der Brunsviga. Dazu beantwortet folgende Frage: Welches Lied von Joe Cocker mögt Ihr am liebsten? Postet Eure Antwort einfach in die Kommentare unter dem Facebook-Beitrag bis Mittwoch, 7. Dezember (14 Uhr).

Mario Franke und Band - live in Grimma - I Come in Peace
Mario Franke