Braunschweig 

Schulschwimmen in Gliesmarode: Es soll wieder verhandelt werden

Das Bad Gliesmarode ist neu gemacht.
Das Bad Gliesmarode ist neu gemacht.
Foto: Julia Gresförder

Braunschweig. In der Diskussion um das Schulschwimmen im Bad Gliesmarode soll es neue Verhandlungen zwischen der Stadtverwaltung und dem Betreiber geben. BIBS, Grüne sowie die SPD und die CDU hatten verschiedene Anträge eingereicht. Letztlich setzte sich der von SPD und CDU durch – wenn auch nur der erste Teil des Antrags.

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Elke Flake, sagte zu Beginn, das Thema Schulschwimmen in Gliesmarode sei so ein Fall, wo man nicht sagen könne, dass die eine Seite Recht hat. Das hätten alle Seiten hätten irgendwie. "Das sind alles Sichtweisen. Die Verwaltung hat eine wirtschaftliche Sichtweise – genau wie der Betreiber." Immerhin habe Investor Friedrich Knapp der Stadt ein zusätzliches Bad geschenkt und finanziere es. "Also hat auch er Recht – aus seiner Sicht", sagte Flake.

"Ist doch kein Ruin!"

Den Grünen käme es aber vor allem auf die Sicht der Kinder, Eltern und Familien an: "Da haben die Kinder ein Bad vor der Tür – und sie werden mit dem Bus in ein anderes gebracht. 25 Prozent der Grundschulkinder können nicht schwimmen", gab Flake zu bedenken Aufgabe des Rates sei es, dem Trend entgegenzuwirken. "Deswegen: Lasst uns noch mal verhandeln! Da muss es doch einen Kompromiss geben: 20.000 Euro mehr – ist das der Ruin der Stadt? Wir zahlen für so viele Dinge Geld. Und auch für Herrn Knapp wäre es kein Ruin, wenn er mit seiner Forderung etwas runtergeht."

BIBS macht's kurz

Der Antrag der BIBS-Fraktion war der kürzeste. Fraktionsvorsitzender Wolfang Büchs sagte, das sei bewusst der Fall: "Anders als die Grünen wollen wir der Stadt nicht von vornherein mit auf den Weg geben, welchen Schulen sie was vorzuschreiben hat. Wir wollen ihr Verhandlungsfreiheit lassen." Die zuletzt veröffentlichten Zahlenspiele finde er grotesk, so Büchs. Außerdem verwies es auf die tiefroten Zahlen, die die Wasserwelt schreibe. "Es geht aber nicht nur um die Kosten, sondern um das Wohl der Kinder. Die Qualität des Schwimmunterrichts leidet unter der langen Fahrzeit.“

Kein schwarzer Peter

SPD-Fraktionsvorsitzende Christoph Bratmann sagte, seine Fraktion wolle keinen schwarzen Peter vergeben. Der aktuelle öffentliche Eindruck sei ziemlich misslich. "Kern unseres Antrags ist: Auch wir möchten, dass die Stadtverwaltung wieder auf Herrn Knapp zugeht und mit ihm spricht. Wir appellieren aber auch an Herrn Knapp, einen Schritt zu machen und kompromissbereit zu sein. Wir wollen der Verwaltung und den Schulen Spielraum lassen. “

"Knapp sollte seiner Verpflichtung nachkommen"

Klaus Wendroth (CDU-Fraktionsvorsitzender) sagte, vor der Sanierung des Bades sei mit Friedrich Knapp abgesprochen gewesen, dass dort auch Schulschwimmen möglich sein. "Das wollte Herr Knapp aber nicht explizit in den Vertrag schreiben lassen. Immerhin steht es im Protokoll. Wir sind mit dem Angebot schon sehr weit gegangen. Trotzdem sind auch wir dafür, noch mal alles zu versuchen. Der Ball liegt aber ein weites Stück auf der anderen Seite. Herr Knapp sollte seiner Verpflichtung nachkommen.“

Linke sind verblüfft

Die Linke reagierte verblüfft, dass sich jetzt "auch diejenigen begeistert zu Wort melden, die das Drei-Bäder-Konzept unterstützen", so Gisela Ohnesorge (Linke). "Aber: Späte Einsicht ist besser als keine. Die Stadt hat es sich zu leicht gemacht. Es war ja absehbar, dass ein Privatbetreiber die Zuschusskosten nicht auch noch übernimmt. Es wäre richtig und wichtig, wenn beide Seiten aufeinander zugehen.“

Aus Sicht der FDP ist die jetzige Situation ein "Dilemma". Der Fraktionsvorsitzende Carsten Lehmann sagte: "Zwar sind auch wir für neue Verhandlungen, aber die Frage ist: Zu welchem Preis soll das möglich sein? Bis ins Unendliche? Das kann nicht die Lösung sein. Essentiell ist ja der Satz, dass sich die 'Kosten an die geltenden Konditionen anlehnen' sollen.“

Die AFD hält die Anträge der anderen Fraktionen für populistisch. Der Vorsitzende Stefan Wirtz sagte, vieles sei zu unkonret. Er beantragte eine nicht-öffentliche Aussprache.

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Foto: dpa
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