Braunschweig 

Braunschweig will 200 Millionen in die Straßenbahn stecken

Die Stadt Braunschweig hat ein neues Konzept zum Ausbau des Straßenbahn-Netzes vorgelegt (Archivbild).
Die Stadt Braunschweig hat ein neues Konzept zum Ausbau des Straßenbahn-Netzes vorgelegt (Archivbild).
Foto: Siegfried Denzel
  • Im Jahr 2020 sollen die Bauarbeiten starten.
  • Wachsende Stadt erfordert wachsendes ÖPNV-Angebot.
  • Braunschweig auf Fördermittel angewiesen.

Braunschweig. Das Braunschweiger Straßenbahn-Netz soll bis 2030 um 18 Kilometer Streckenlänge ausgebaut werden - mit einem Investitionsvolumen von rund 200 Millionen Euro. Dann würde das Netz insgesamt rund 57 Kilometer umfassen.

Das geht aus dem Ausbaukonzept "Stadt.Bahn.Plus - bringt Braunschweig weiter!" hervor, das Verkehrsplaner Tobias Wermuth sowie Vertreter der Stadtverwaltung und der Braunschweiger Verkehrs-GmbH am Freitag, 13. Januar, den Mitgliedern des Rates sowie den Braunschweiger Landtagsabgeordneten vorgestellt haben.

Laut Oberbürgermeister Ulrich Markurth (SPD) ist der Ausbau nötig angesichts der wachsenden Einwohnerzahl Braunschweigs: "Bis 2030 werden rund 20.000 Menschen mehr hier leben." Damit steige der Bedarf an ÖPNV-Angeboten.

"Wir brauchen dafür sieben Straßenbahnen mehr. Wir planen eine Taktung mit einer Verdichtung auf teilweise fünf Minuten", ergänzt Jörg Reincke, Geschäftsführer der Verkehrs-GmbH. Andererseits könnten dadurch 20 Busse eingespart werden.

Ausbau in drei Stufen

Erste Stufe der Erweiterung sei die Verlängerung der Bahntrasse nach Volkmarode-Nord; Baubeginn der 1,2 Kilometer langen Strecke soll 2020 sein. Kosten: etwa 17 Millionen Euro. Außerdem soll die Linie durch die Helmstedter Straße bis nach Rautheim weitergeführt werden. Für diese 3,4 Kilometer lange Strecke veranschlagen die Planer Kosten von 31,4 Millionen Euro.

Zweite Stufe soll eine Trasse vom Hauptbahnhof über die Salzdahlumer Straße über Bebelhof und Klinikum bis zum Heidberg sein. Die 3,4 Kilometer werden laut Schätzungen 39 Millionen Euro kosten. Außerdem ist der Neubau der sogenannten Campusbahn bis nach Querum geplant (4 Kilometer, 41,1 Millionen Euro).

Stufe drei: Bau der westlichen Innenstadtstrecke durch die Güldenstraße oder Gördelinger Straße (800 Meter, 10 Millionen Euro) sowie Bau der Strecke ins Kanzlerfeld (5,1 Kilometer, 50,2 Millionen).

Kosten auch ohne Ausbau

Zwar ist die Streckenplanung im Detail noch lange nicht fertig. Doch sowohl Markurth als auch Baustadtrat Heinz-Georg Leuer ließen keinen Zweifel daran, dass selbst bei einem Verzicht auf den Straßenbahn-Ausbau Millionen-Investitionen nötig seien: Einerseits beim ÖPNV, weil gerade viele Buslinien an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen.

Und andererseits beim Straßenbau: "Die Berliner Heerstraße müsste komplett gemacht werden", nannte der Rathauschef ein Beispiel. Fahre dort aber künftig die Straßenbahn, könnte ein Teil der Sanierungskosten durch das "ÖPNV-Paket" gedeckt werden.

Bürgerversammlung am Montag

Oberbürgermeister Markurth zeigte sich zuversichtlich, dass Braunschweig die erhofften Fördermillionen von Bund, Land und Zweckverband Großraum Braunschweig bekommt - ohne sie könnte die 250.000-Einwohner-Stadt die Erweiterung des Schienennetzes nicht stemmen.

Doch die Chancen auf Geld vom Bund seien groß: Vorgespräche beim Land seien vielversprechend gewesen - außerdem habe Niedersachsen "außer ein bisschen was für Hannover" nichts für das Bundesprogramm angemeldet. Mit anderen Worten: "Wir sind einfach dran."

Beschlossen ist das Konzept freilich noch nicht - es dient lediglich als Grundlage für weitere Diskussionen im Rat. Am Montag will die Verwaltung die Pläne bei einer Bürgerversammlung vorstellen. Beginn: 18 Uhr in der Stadthalle.

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