Braunschweig 

Neue Broschüre: Kann Braunschweig barrierefrei?

Dr. Andrea Hanke, Stadträtin für das Sozial-,  Schul-, Gesundheits- und Jugenddezernat (l.) und Dr. Burkhard Wiegel (r.).
Dr. Andrea Hanke, Stadträtin für das Sozial-, Schul-, Gesundheits- und Jugenddezernat (l.) und Dr. Burkhard Wiegel (r.).
Foto: Leonie Steger

Braunschweig. Der Behindertenbeirat Braunschweig e.V. nimmt die Stadt Braunschweig in einer neuen Broschüre ganz genau unter die Lupe. Und zwar unter dem Aspekt Barrierefreiheit.

"In den letzten zwei Jahren hat sich in der Stadt viel getan", so Dr. Burkhard Wiegel, erster Vorsitzender des Behindertenbeirats. Vor allem in den Verwaltungsgebäuden seien viele große und kleine Veränderungen umgesetzt worden, die das alltägliche Leben von Menschen mit Behinderungen verbessern lobte er am Dienstag bei der offiziellen Vorstellung der neuen Broschüre im Rathaus.

Seit einiger Zeit gibt es etwa einen taktilen Wegweiser für Sehbehinderte im Foyer. Außerdem komme man bei Bauprojekten kaum noch um eine Einschätzung des Behindertenbeirates herum, lobt er die Arbeit der Stadtverwaltung.

"Barrierefreiheit ist ein Aspekt von Inklusion und deshalb wichtig und gut", weiß Sozialdezernentin Dr. Andrea Hanke. Erst wenn man sich einmal in einer Lage befindet, in der man sich Einschränkungen gegenübersieht – "und sei es nur der gebrochene Fuß", so Hanke –, werde einem bewusst, wie einschränkend die Welt und vor allem die Gebäude darin manchmal seien. Immer auf die Hilfe Dritter angewiesen zu sein, sei keine Lösung. Zu einem selbstbestimmten Leben gehöre auch, dass man sich ohne fremde Hilfe bewegen kann, so Hanke.

Barrierefreiheit oft noch ein Fremdwort

Das ist in Braunschweig aber noch lange nicht überall der Fall, weiß Wiegel auch aus eigener Erfahrung: "Ich saß selbst einige Zeit im Rollstuhl", erzählt er, "wenn ich dann sehe, dass die allermeisten Restaurants in der Stadt kein Behinderten-WC haben, oder wenn eins da ist, das sogar zustellen, macht mich das wirklich traurig."

Dass nicht die ganze Stadt barrierefrei sein kann, ist Wiegel bewusst. Aber oft sei mit kleinen Veränderungen schon viel getan. Ein Türöffner am Einkaufcenter beispielweise. "So etwas kommt auch Menschen mit Kinderwagen oder einer Rollatoren zugute", ist sich Hanke sicher.

Helfer für Online-Version gesucht

Der nächste Schritt für Wiegel: Eine Onlineversion der Broschüre. Zwar gibt es das PDF bereits im Netz, aber eine onlinegerechte AUfarbeitung der Broschüre auf der Internetseite des Behindertenbeirats scheitere derzeit noch an dem großen Arbeitsaufwand der dahinter steht. "Eigentlich ist es nur zeitaufwändig, eine Fleißarbeit", so Wiegel. "Aber derzeit schaffen wir es nicht. Vielleicht findet sich ja noch jemand, der Lust hat, uns dabei zu unterstützen", hofft er.

Die überarbeitete zweite Auflage des Hefts ist nun an vielen Stellen in Braunschweig ausgelegt und kann kostenfrei mitgenommen werden; etwa an der Tourist-Info (Kleine Burg 14) oder im Büro der Bürgerberatung im Rathaus (Platz der Deutschen Einheit 1).