Braunschweig 

Eintracht in Bielefeld: 0:6-Debakel beim Abstiegskandidat

Mit hängenden Köpfen und Schultern verließen die Eintracht-Spieler das Feld; hinter ihnen enttäuschte Fans.
Mit hängenden Köpfen und Schultern verließen die Eintracht-Spieler das Feld; hinter ihnen enttäuschte Fans.
Foto: dpa
  • 0:6 beim Vorletzten: Höchste Saisonniederlage.
  • Rennen um direkten Aufstieg praktisch vorbei.
  • Nächster Sonntag letztes Spiel gegen KSC.

Braunschweig/Bielefeld. Peinlicher Auftritt der Eintracht bei Abstiegskandidat Arminia Bielefeld. Am heutigen Sonntagnachmittag wollte Braunschweig (fast) alles klar machen für den Bundesliga-Aufstieg - doch beim bisherigen Tabellenvorletzten kamen die Kicker von Trainer Torsten Lieberknecht mit 0:6 (0:2) unter die Räder.

Abgesehen davon, dass es die mit Abstand höchste Saisonniederlage für die Blau-Gelben war: Braunschweig ist vom zweiten auf den dritten und damit den Relegationsrang abgerutscht - und kann mit drei Punkten Rückstand wegen des seit heute verkorksten Torverhältnisses weder den VfB Stuttgart noch Hannover 96 (jeweils 66 Punkte; Hannover besiegte Stuttgart mit 1:0) aus eigener Kraft einholen.

Löwen wie Schoßhündchen

Es war ein desaströser Auftritt der Eintracht, die ihrer Favoritenrolle auf der Bielefelder Alm in keiner einzigen Minute gerecht wurde. Während die Arminen mit Herzblut kämpften und auch spielerisch überlegen waren, wirkten die Löwen wie Schoßhündchen mit Maulkorb: Mutlos, zerfahren, völlig ohne Konzept.

Das Unheil nahm bereits in der 14. Minute seinen Lauf, als Jan Hochscheidt bei einem Abwehrversuch Keeper Jasmin Fejzic keine Chance ließ und ins eigene Tor traf. Julian Börner (24.), Reinhold Yabo (65., 67., 76.) sowie Keanu Staude (71.) machten den Untergang der Eintracht perfekt.

Nichts auch nach der Pause

Selbst das Donnerwetter von Coach Lieberknecht in der Pause und der ungewöhnliche taktische Kniff, die Spieler schon nach acht Minuten in der Kabine wieder auf den Rasen zu schicken, konnte bei den Eintracht-Spielern Impulse setzen: Als Aufstiegskandidat angereist, wurde das Team von Abstiegsaspiranten deklassiert.

Nach dieser Blamage bleibt der Eintracht im letzten Heimspiel am Sonntag, 21. Mai, gegen den als Absteiger feststehenden Karlsruher SC nur noch die Chance auf Wiedergutmachung bei den Fans. Knapp 5.000 waren nach Bielefeld mitgereist - viele von ihnen hielten es nicht mehr bis zum Schlusspfiff aus und verließen schon vorher das Stadion.

Für die Eintracht ist das Rennen um den direkten Aufstieg in Liga eins vorbei. Bleibt noch die Relegation - und im Oberhaus sind noch eine ganze Menge Clubs Anwärter auf eine solche "Verlängerung": Heißester Kandidat ist der Hamburger SV, doch auch der VfL Wolfsburg, der FC Augsburg und Mainz 05 sind noch bedroht.

Coach Lieberknecht versuchte das Ausmaß der Pleite nach dem Spiel nicht schönzureden: "Solch ein Spiel gab es in meiner Zeit als Trainer hier noch nicht. Wir fühlen uns sehr, sehr bescheiden."

Eintracht Braunschweig: Fejzic; Kijewski, Decarli, Valsvik, Reichel; Boland (46. Moll); Omladic, Hernandez )46. Biada); Hochscheidt; Kumbela, Nyman.