Braunschweig 

Ritterschlag für die "letzten Mohikaner"?

Onel Hernandez (r.) im Zweikampf mit Philipp Wollscheid im Relegations-Hinspiel.
Onel Hernandez (r.) im Zweikampf mit Philipp Wollscheid im Relegations-Hinspiel.
Foto: dpa

Braunschweig. Am Montag, 29. Mai, ab 20.30 Uhr, geht es für die Braunschweiger Eintracht und den VfL Wolfsburg um alles: Nach dem Relegations-Rückspiel steht fest, wer den letzten verbleibenden Platz in der Bundesliga der nächsten Saison einnimmt.

Eintracht-Trainer Torsten Lieberknecht muss dabei gleich auf zwei Offensivkräfte verzichten. Domi Kumbela und Julius Biada fallen definitiv aus. Den Blau-Gelben stehen damit noch 20 Spieler zur Verfügung, sagt Lieberknecht, "ein paar letzte Mohikaner, die vielleicht den Ritterschlag bekommen". Das heißt, den Aufstieg, den großen Traum, das große Ziel aller Löwen die ganze vergangene Zweitliga-Saison.

"Voll-Bock-Einstellung"

"Wir mussten schon die ganze Spielzeit über Aufsteh-Mentalität zeigen", sagt der Trainer über die Tage nach der knappen Niederlage im Hinspiel in Wolfsburg. Seine Spieler musste der Trainer nicht moralisch wieder aufrichten, alle hätten "dieser Voll-Bock-Einstellung auf das Spiel. Wir wussten, dass es bis zum allerletzten Spiel dauern kann. Die Spieler waren gleich wieder fokussiert."

Und das trotz der mehr als strittigen Elfmeter-Entscheidung zum 0:1 aus Braunschweiger Sicht? "Das ist komplett abgehakt. Ich ziehe den größten Hut vor Herrn Stegemann, dass er sich zu der Szene gestellt hat und darüber gesprochen hat." Schiedsrichter Sascha Stegemann hatte eingeräumt, es wäre "besser gewesen, auf den Pfiff zu verzichten".

Lieberknecht baut auch auf die Unterstützung des ausverkauften Eintracht-Stadions. "Es ist nicht angenehm, bei uns zu spielen. Die Fans werden schon Dampf geben", sagte der Trainer.

Taktische Überlegungen

Die Eintracht hat nach der Niederlage die auf dem Papier schlechtere Ausgangsposition, blind anrennen will Trainer Lieberknecht mit seiner Elf aber nicht. "Wir wissen, dass das Tor auf Wolfsburger Seite liegt, aber für uns geht das Spiel bei 0:0 los. Wir müssen uns taktisch etwas einfallen lassen."

"Das ist die letzte finale Chance, die wir haben, etwas Historisches zu erreichen. Wir sind defensiv wie offensiv in der Lage, den Gegner in Schach zu halten", sagte Lieberknecht außerdem und befand: "Niemand hätte so sehr den Aufstieg verdient wie wir."

Infos für Fans:

  • Der Verein appelliert vor dem Spiel noch einmal an die Fans: Egal wie das Spiel verläuft und wie das Ergebnis kurz vor Spielende ausfallen sollte, wird eindringlich darum gebeten, den Stadion-Innenraum nicht zu betreten, bevor nicht der Abpfiff erfolgt ist. Ansonsten drohe ein Spielabbruch.
  • Für Fans des VfL Wolfsburg gilt folgenden Regelung: Wie bei jedem Heimspiel der Braunschweiger sind die Blöcke 5 bis 12 den Heimfans vorbehalten. In diesem Bereich ist das Tragen von Utensilien anderer Vereine nicht gestattet. Im Rest des Stadions ist Fankleidung aus Wolfsburg erlaubt.
  • Das Stadion ist komplett ausverkauft, es gibt keine Tageskasse mehr. Die Stadiontore öffnen um 18.30 Uhr, zwei Stunden vor Spielbeginn.