Braunschweig 

Streit in LAB – Polizeiaufgebot muss schlichten

Flüchtlinge vor der Landesaufnahmebehörde in Braunschweig (Archivbild).
Flüchtlinge vor der Landesaufnahmebehörde in Braunschweig (Archivbild).
Foto: dpa

Braunschweig. Die Besatzungen von zwölf Funkstreifenwagen, rund 25 Polizisten, waren nötig, um am Freitag Auseinandersetzungen in der Landesaufnahmebehörde für Asylsuchende (LAB) in der Boeselagerstraße zu schlichten. Das teilt die Polizei Braunschweig erst am Montag, 17. Juli, mit.

Vorausgegangen war ein Vorfall um ein 12-Jähriges Mädchen am späten Donnerstagabend. Das Mädchen habe einer Sicherheitsmitarbeiterin anvertraut, dass sie der junge Mann aus dem Sudan am Donnerstagabend angefasst und zu einem Kuss aufgefordert habe.

Familie will Selbstjustiz üben

Am Freitagabend erkannte das Kind den mutmaßlichen Täter wieder und mobilisierte ihre Angehörigen und Landsleute. Dabei kamen 80 bis 100 Personen zusammen, die versuchten in Selbstjustiz den Beschuldigten zur Rechenschaft zu ziehen.

Der Sicherheitsdienst schirmte den Mann bis zum Eintreffen der Polizei ab.

Polizei setzt Pfefferspray ein

Nur mit einfacher körperlicher Gewalt und dem Einsatz von Pfefferspray gelang es den Beamten den Tatverdächtigen vor der aufgebrachten Menge in Sicherheit zu bringen, so die Beamten am Montag. Bei Widerstandshandlungen wurde ein Beamter leicht verletzt.

Gegen den 26-Jährigen wurde Strafanzeige wegen des Verdachts auf sexuelle Belästigung gestellt. Er wurde in eine andere Unterkunft gebracht. Die Polizei ermittelt. Weil die Pressestelle der Polizei am Wochenende nicht besetzt sei, hätten die Beamten den Vorfall erst am Montag öffentlich gemacht, sagte ein Polizeisprecher.

In der Landesaufnahmebehörde sind der Polizei zufolge derzeit rund 500 Flüchtlinge überwiegend aus Südosteuropa untergebracht. Bis zu 750 Menschen können dort aufgenommen werden.