Braunschweig 

Bombe und Bekennervideos: Islamisten vor Gericht

Vor dem Landgericht Braunschweig in der Münzstraße  stehen mehrere Polizeifahrzeuge - die Sicherheitsvorkehrungen vor dem IS-Terror-Prozess sind sichtbar erhöht.
Vor dem Landgericht Braunschweig in der Münzstraße stehen mehrere Polizeifahrzeuge - die Sicherheitsvorkehrungen vor dem IS-Terror-Prozess sind sichtbar erhöht.
Foto: Fabien Tronnier
  • Polizisten sollten in eine Sprengfalle tappen.
  • Alternatives Ziel waren Soldaten.
  • Dem Angeklagten drohen zehn Jahre Haft.

Braunschweig. Mit der Festnahme von Sascha L. vereitelten Ermittler mutmaßlich einen geplanten Sprengstoffanschlag auf Polizisten. Der 26-jährige Deutsche und drei Mitangeklagte stehen von Mittwoch, 20. September, an wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat und Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz in Braunschweig vor Gericht.

Zwei Bekennervideos

Nach Auffassung der Generalstaatsanwaltschaft in Celle hatte Sascha L. aus Northeim sich Ende 2016 alle notwendigen Materialien für einen fernzündbaren Sprengsatz besorgt und im Januar 2017 zweimal erfolgreich getestet. Die drei mitangeklagten Männer sind ein Deutscher (21), ein Afghane (27) und ein Türke (28). Sie sollen den Hauptangeklagten bestärkt und ihm teils auch Geld überwiesen haben. Nach dem Anschlag sollten zwei Bekennervideos veröffentlicht werden.

Beweismittel sichergestellt

Sascha L. wurde Ende Februar festgenommen. Bei einer ersten Vernehmung räumte er den Anschlagsplan laut Staatsanwaltschaft ein. In seiner Wohnung fanden die Ermittler alle notwendigen Materialien für den Sprengsatz wie Chemikalien und elektronische Bauteile für die Fernzündung. Bei den Festnahmen der drei mutmaßlichen Unterstützer im April sind Beweismittel wie Datenträger sichergestellt worden. Sie sind wegen Beihilfe angeklagt.

Bis zu zehn Jahre

Sollte die Braunschweiger Staatsschutzkammer zu der Überzeugung kommen, dass die Schuld des Hauptverdächtigen bewiesen ist, sieht das Gesetz ein Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren vor. Laut einer Gerichtssprecherin ist zum Prozessauftakt hauptsächlich das Verlesen der Anklageschrift beabsichtigt.