Braunschweig 

Massenschlägerei beim Fußball - Spieler schwer verletzt

Mehrere Verletzte hat es bei der Schlägerei zwischen den Mannschaften des VfL Bienrode und der SG Olympia/Leonie gegeben (Symbolbild).
Mehrere Verletzte hat es bei der Schlägerei zwischen den Mannschaften des VfL Bienrode und der SG Olympia/Leonie gegeben (Symbolbild).
Foto: dpa
  • Polizei: Fast alle Spieler an Schlägerei beteiligt.
  • Ein Verletzter bewusstlos auf dem Rasen.
  • Rettungshubschrauber im Einsatz.

Braunschweig. Schon wieder Gewalt auf dem Fußballplatz - und zwar so dramatisch, dass ein Spieler zeitweise bewusstlos auf dem Rasen lag und ein Rettungshubschrauber angefordert werden musste.

Am späten Sonntagnachmittag war das Spiel der in der 1. Kreisklasse antretenden Braunschweiger Teams VfL Bienrode - SG Olympia/Leonie zum Ende der zweiten Halbzeit völlig aus dem Ruder gelaufen: Nach zwei vorangegangenen Foulspielen sei es zu einer Schlägerei zwischen den beiden Mannschaften gekommen, "in die nahezu sämtliche Spieler involviert gewesen sind", berichtete die Braunschweiger Polizei am Abend.

Zuvor seien zwei Spieler aufeinander losgegangen und hätten sich gegenseitig einen Kopfstoß versetzt, so die Beamten.

Gezielter Faustschlag

Ein Fußballer des VfL sei anschließend von einem Spieler der Gäste-Mannschaft mit einem gezielten und wuchtigen Faustschlag niedergestreckt worden, so dass der Bienroder das Bewusstsein verlor. Die Besatzung des herbeigerufenen Rettungshubschraubers Christoph 30 aus Wolfenbüttel habe sich um den Verletzten gekümmert.

Zudem berichtet die Polizei von einer weiteren Person, die eine Gehirnerschütterung und einen Nasenbeinbruch erlitten habe. Mehrere andere Spieler hätten leichte Verletzungen davongetragen.

Das Spiel wurde abgebrochen und wird nun nicht nur ein Fall für das Sportgericht - sondern auch für die ordentliche Justiz: Es seien "mehrere Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung" sowie einfacher Körperverletzung eingeleitet worden, teilte die Polizeiinspektion mit.

Der Fall Lindener SV

Der Vorfall vom Sonntag weckt Erinnerungen an die Ausschreitungen Mitte September beim A-Jugend-Spiel zwischen dem Lindener SV und dem TSV Schöppenstedt, bei denen drei Spieler aus Schöppenstedt verletzt worden waren. Die Konsequenz nach diesem Vorfall war die Abmeldung der Lindener A-Jugend-Mannschaft vom Spielbetrieb.

Doch rasch war schon vor zwei Wochen klar: Der Vorfall in dem Wolfenbütteler Stadtteil ist nur die Spitze des Eisbergs: Eberhard Hotopp, Vorsitzender des Sportgerichts im Fußball-Kreis Nordharz, hatte unmittelbar danach zunehmende Gewalt auf und neben den Plätzen beklagt: "Wir haben mehr denn je Probleme mit Ausschreitungen durch Zuschauer und Spieler."

Fair-Play-Preis

Beinahe wie eine Ironie mutet es an, dass die SG Olympia/Leonie fast auf den Tag genau vor einem Jahr mit einem Fair-Play-Preis ausgezeichnet worden war: Anlass dafür war, dass die Kreisklasse-Spieler nach Heimpartien jeweils einen "Gegenspieler des Tages" kürten, der neben einer Erwähnung auf der Facebook-Seite der Spielgemeinschaft auch einen Gutschein erhielt.