Braunschweig 

Schandfleck Bahnhof Gliesmarode: Umbau kommt

Derzeit nutzen etwa 200 Pendler täglich den maroden Bahnhof. Nach den Modernisierungsmaßnahmen könnten es 2.000 sein.
Derzeit nutzen etwa 200 Pendler täglich den maroden Bahnhof. Nach den Modernisierungsmaßnahmen könnten es 2.000 sein.
Foto: Benyamin Bahri

Braunschweig. Der marode und trostlose Bahnhof Gliesmarode ist nicht gerade ein Vorzeigeobjekt des öffentlichen Nahverkehrs: Miserable Beleuchtung, kein Wetterschutz, nicht barrierefrei. Hinzu kommt, dass die Umsteigestationen für Bus und Straßenbahn verstreut liegen. "Der Zustand erinnert an Aschersleben vor der Wende. Das ist Dornröschen in Reinkultur und einer Großstadt nicht würdig", erklärt Oberbürgermeister Ulrich Markurth (SPD) am Mittag am Bahnsteig der geladenen Presse.

"Eine Menge Nachholbedarf"

In den nächsten Jahren soll daher auf und um das Gelände des heruntergekommenen Bahnhofs ein moderner Verkehrsknotenpunkt entstehen, der Bahnverkehr und damit die Pendlerzahlen sollen steigen. "Wenn wir nichts tun, würde der Haltepunkt Braunschweig Gliesmarode irgendwann von der Bahn aufgegeben werden. Jetzt ist es soweit", so Markurth weiter. Ebenfalls anwesend ist Detlef Tanke vom Regionalverband Großraum Braunschweig, seit 2008 auch SPD-Landtagsabgeordneter: "Im ÖPNV gibt es eine Menge Nachholbedarf. Das hier wird in Musterbeispiel für eine Modernisierung", berichtet Tanke, der die Finanzierung beim Land Niedersachsen durchgeboxt hat und nun verwaltet.

Derzeit nutzen etwa 200 Pendler täglich den Bahnhof, um Orte wie Gifhorn und Uelzen zu erreichen In Zukunft sollen hier bis zu 2.000 Menschen täglich verkehren. Beide Gleise werden wieder befahren, der Bahnverkehr soll zunächst stündlich, später sogar halbstündlich getaktet werden.

Attraktiver Vorplatz geplant

Gebaut wird nicht nur am Bahnsteig. Auch ein komplexer Bahnhofsvorplatz mit allem, was dazu gehört, soll westlich der Gleise entstehen. Die ganze Umgebung zwischen Tankstelle. Bahndamm und Böcklinstraße soll integriert werden. Auf Grünfläche, Garagengelände und dem BBS-Grundstück sollen Einzelhandel (Backshop und Kiosk sind denkbar), Ladesäulen für E-Mobilität, Taxistand, Fahrradständer und ein Jugendsportplatz entstehen. Sogar Wohnhäuser sollen kommen. Die KiTa darf bleiben. Der Kleingartenverein östlich der Bahnstrecke bleibt von den Baumaßnahmen unberührt.

Auch der geplante Radfernweg nach Wolfsburg soll hier beginnen, außerdem soll der Ringgleis-Weg entlang des Bahndamms geführt werden. Die Gleise werden ausschließlich über eine neue Rampe am neuen Vorplatz erreichbar sein. "Der Zugang soll dahin, wo die Leute auch wohnen", meint Oberbürgermeister Markurth.

Konzentration von Bus und Bahn

Auch die Bus- und Bahnanbindung soll direkt am neuen Zentrum zusammengelegt werden. Wie vielerorts in der Stadt soll Busse die Straßenbahnhaltestelle mitbenutzen, diese soll etwa 20 Meter weit vorgezogen werden. Fest steht bereits: Die Tram-Srecke wird im Bereich der Berliner Straße in den Sommerferien 2019 saniert.

Spatenstich noch unklar

Ab wann allerdings gebaut, ist noch unklar. Derzeit werden Entwürfe und Pläne geprüft. Den genauen Baubeginn für Vorplatz und Umgebung konnten die Initiatoren beim heutigen Pressetermin noch nicht datieren. Die Arbeiten direkt am Bahnsteig könnten jedoch schon Ende 2019 beginnen und werden 3,1 Millionen Euro kosten. Die ürbige Infrastruktur soll bis dahin zumindest anschlussfähig sein.

Das Vorhaben bündelt bisherige Entwürfe von Bahn-, Regional- und Lokalverkehr. Bisher wurde parallel geplant, nun soll sinnvollerweise zusammen gearbeitet werden.

Auch für die Weststadt gibt es ähnliche Pläne. Nach Gliesmarode im Osten soll im Westen in Broitzem ein ähnlicher Knotenpunkt entstehen.

Das sagt der Oberbürgermeister:

Der Bahnhof Gliesmarode soll ab 2019 umfassend saniert werden
Stadt Braunschweig