Braunschweig 

Studenten-Protest: Ministerin schaltet sich ein

Kunststudenten protestieren gegen die eingeschränkten Atelier-Öffnungszeiten an der Blumenstraße.
Kunststudenten protestieren gegen die eingeschränkten Atelier-Öffnungszeiten an der Blumenstraße.
Foto: Florian Arnold
  • HBK-Spitze zeigt protestierende Studenten an.
  • Drohung mit polizeilicher Räumung.
  • Wissenschaftsministerin ruft zum Dialog auf.

Braunschweig. Der Streit zwischen Studenten und der Hochschule für Bildende Künste (HBK) wird zur Sache für die Justiz - und die Landespolitik: Wie die HBK am Nachmittag mitteilte, hat sie aus der Drohung mit Strafanzeigen nun Ernst gemacht; seit Dienstag besetzen mehr als 80 Studenten das Ateliergebäude in der Blumenstraße. Ihnen wirft die HBK Hausfriedensbruch vor.

Ministerin will Runden Tisch

"Strafverfahren sind bereits eingeleitet", teilte HBK-Sprecher Jesco Heyl am Donnerstagnachmittag mit. Indirekt droht die Hochschule zudem mit Zwangsmaßnahmen: Es lägen "die Voraussetzungen für eine polizeiliche Räumung" vor, "die zur Zeit nur aus Gründen der Verhältnismäßigkeit noch nicht erfolgt". Dass die HBK den Protestierenden zudem mit Exmatrikulation drohe, wie dies aus Studentenkreisen verlautete, "kann ich nicht bestätigen", sagte Heyl auf Nachfrage von news38.de.

Unterdessen hat sich Niedersachsens Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic (Grüne) in den Streit eingeschaltet: Sie schlug am Donnerstagnachmittag einen Runden Tisch vor, um den Streit wegen verkürzter Atelier-Öffnungszeiten an der HBK beizulegen.

"Nutzergerechte Regelung"

Ein Ministeriumssprecher deutete an, dass man in Heinen-Kljajic' Ressort die Forderungen der Studenten nicht für ganz aus der Luft gegriffen hält: "Selbstverständlich müssen sich die Studierenden an Regeln halten. Gleichzeitig ist eine nutzergerechte Regelung für die Öffnung der Ateliers erforderlich", sagte er.

Nachdem die Ausbildungsateliers für die angehenden Künstler jahrzehntelang rund um die Uhr offenstanden, hatte HBK-Präsidentin Vanessa Ohlraun die Öffnungszeiten stark eingeschränkt: Montags bis donnerstags sollte spätestens um 21 Uhr Schluss sein, freitags um 19 Uhr - und an den Wochenenden sollten die Türen ganz geschlossen bleiben.

Bereits am Mittwochabend hatte sich HBK-Professor Raimund Kummer im Namen der Fachkommission "Freie Kunst" zu Wort gemeldet mit einer indirekten Unterstützung der Studenten-Forderung: "Atelier-Öffnungszeiten bis 24 Uhr sind unabdingbar."

Gesprächbereitschaft von HBK-Spitze

Inzwischen scheint die HBK-Spitze von ihrer bislang harten Haltung abzurücken: Vizepräsidentin Frauke Stiller zeigte Gesprächsbereitschaft. Und: Das Präsidium "begrüßt den Vorschlag der Lehrenden der Freien Kunst ... für erweiterte Öffnungszeiten als Teil eines konstruktiven Dialogs".

Voraussetzung sei allerdings "die umgehende Beendigung der Besetzung der Blumenstraße".

Polizeisprecher Stefan Weinmeister bezeichnete die Lage im besetzten Ateliergebäude unterdessen als "ruhig und friedlich". Ziel der Studenten-Aktion ist nach eigenen Angaben die Rückkehr zu "uneingeschränkten Öffnungszeiten", wie diese auch an anderen Kunsthochschulen wie Bremen und Hamburg angeboten würden.