Braunschweig 

Demo in Göttingen: Braunschweiger Polizisten als Schläger?

Demonstration in Göttingen - Vom Anwalt präsentiertes Video

Das von Rechtsanwalt Sven Adam präsentierte Video soll die Gewalt der Polizei gegen den Ordner dokumentieren.

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Göttingen/Braunschweig. Haben Polizeibeamte aus Braunschweig bei einer Demonstration am 9. Dezember in Göttingen einen jungen Mann grundlos niedergeschlagen und verletzt? Das zumindest behauptet der Anwalt des 27-jährigen Göttingers, der laut Berichten der Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen (HNA) sowie des Göttinger Tageblatts Strafanzeige erstattet hat.

Im Fokus dabei: Beamte der Beweis- und Festnahmeeinheit der Polizei Braunschweig. Diese waren am 9. Dezember in Göttingen im Einsatz, als die linke Szene gegen eine Razzia im Zusammenhang mit den G20-Krawallen protestierte. Und diese Ordnungshüter sollen einen als Ordner eingesetzten 27-Jährigen so heftig geschlagen haben, dass dieser sogar kurz das Bewusstsein verlor.

Anwalt präsentiert Video

Sein Anwalt Sven Adam hat nun aber ein Video präsentiert, das die "enthemmte Gewalt" der Beamten zeige. Die Polizeidirektion Göttingen hatte unmittelbar nach der Demonstration zunächst nur von einem festgenommenen, aber unverletzt gebliebenen Ordner berichtet, als sie eine Bilanz der Proteste zog.

Später aber relativierte sie diese Darstellung: Die Pressemitteilung sei zu einem Zeitpunkt erfolgt, als "dem Gesamteinsatzleiter die Schilderungen zu den Ereignissen aus der Roten Straße noch nicht vollständig" vorgelegen haben.

Das sagt die Polizei

Die von dem Anwalt präsentierten Videos sieht die Göttinger Polizei aber ebenfalls distanziert: Diese "geben nach Durchsicht des polizeilichen Dokumentationsmaterials nicht den gesamten bzw. nicht den korrekten zeitlichen Ablauf wieder".

Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft Göttingen gleich in zwei Richtungen: Einerseits gegen die Polizeibeamten. Und andererseits gegen den 27-Jährigen, der sich nach polizeilicher Darstellung des Landfriedensbruches, des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte sowie der versuchten Körperverletzung schuldig gemacht haben soll.

Denn es habe von Seiten der Demonstranten und auch des Ordners Angriffe gegeben. "Nach unserer Bewertung waren polizeiliche Zwangsmaßnahmen in der roten Straße erforderlich", heißt es dazu in der Polizeimeldung.