Braunschweig 

IG Metall: Neue Warnstreiks in Braunschweig

Ronald Owczarek (Siemens), Garnet Alps (IG Metall), Mark Steeger (Volkswagen), Martin Grun (Zollern BHW) und Eva Stassek (IG Metall) bereiten sich auf weitere Verhandlungen vor.
Ronald Owczarek (Siemens), Garnet Alps (IG Metall), Mark Steeger (Volkswagen), Martin Grun (Zollern BHW) und Eva Stassek (IG Metall) bereiten sich auf weitere Verhandlungen vor.
Foto: Giana Holstein

Braunschweig. Die Tarifverhandlungen der IG Metall gehen weiter - und mit Ihnen die Streiks: Sowohl für die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie als auch für die Mitarbeiter von Volkswagen geht die IG Metall im Januar in die nächste Verhandlungsrunde.

Elektro- und Metallindustrie: Gegenforderung der Arbeitgeber

Am 6. Dezember endete der zweite Verhandlungstermin mit der niedersächsischen Metall- und Elektroindustrie ergebnislos. Anstatt den Forderungen nach sechs Prozent mehr Entgelt für 12 Monate und der temporären Verkürzung der Arbeitszeit entgegen zu kommen, hätten die Arbeitgeber Gegenforderungen zu Ausweitungen der Arbeitszeit vorgelegt und den Beschäftigten nur zwei Prozent mehr Entgelt und eine einmalige Zahlung von 200 Euro vorgeschlagen, erzählt Garnet Alps, Zweite Bevollmächtigte der IG Metall Braunschweig.

"Mehr Zeit für die Familie"

Sowohl Martin Gruns, IG Metall Verhandlungskommissionsmitglied der Metallindustrie Niedersachsen und Betriebsrat bei ZOLLERN BHW als auch für Ronald Owczarek, Ortsvorstandsmitglied der IG Metall in Braunschweig und Betriebsratsvorsitzender bei Siemens sind sich einig: Eine temporäre Verkürzung der Arbeitszeit auf 28 Stunden pro Woche für zwei Jahre mit Rechtsanspruch auf Rückkehr zur Vollzeit würde Familien helfen.

Auch für die Mitarbeiter von Volkswagen sollen bei den Verhandlungen sechs Prozent mehr Entgelt für zwölf Monate rauskommen. Außerdem fordert die IG Metall eine Verbesserung der betrieblichen Altersvorsorge und eine Verpflichtung zur Einstellung von Azubis.

Hinhaltetaktik von Volkswagen

Eva Stanssek, Erste Bevollmächtigte der IG Metall, kritisiert die bisherige Verhandlung mit Volkswagen: "Volkswagen fährt eine Hinhaltetaktik. Ich hoffe, dass das Unternehmen den Verzögerungskurs nicht fortsetzt und in der nächsten Verhandlung am 11. Januar ein Angebot vorlegt."

Warnstreiks kommen

Jetzt wurden seitens der IG Metall Warnstreiks angekündigt: Bereits am kommenden Dienstag geht es in Braunschweig los. Damit soll den Betrieben Druck gemacht werden.

Sollte Volkswagen weiterhin nicht auf die Forderungen eingehen, so wäre ein Warnstreik bei Volkswagen auch möglich, sagt Mark Seeger, Vertrauenskörperleiter von Volkswagen in Braunschweig und Verhandlungskommissionsmitglied.

Fazit

Die Verhandlungen gehen weiter. Für die Elektro- und Metallindustrie wird eine Entgelterhöhung von sechs Prozent für zwölf Monate und die Möglichkeit, ihre Arbeitszeit für zwei Jahre auf 28 Stunden zu kürzen und einen rechtlichen Anspruch darauf zu haben, dann wieder in Vollzeit eingestellt zu werden, gefordert.

In der Metall- und Elektrobranche wird es kommende Woche zu Warnstreiks kommen.

Die IG Metall fordert für Volkswagen eine Erhöhung des Entgelts auf sechs Prozent für zwölf Monate, eine Verbesserung der betrieblichen Altersvorsorge und die Verpflichtung der Einstellung von Auszubildenen. Die Verhandlungen gehen am 11. Januar in die zweite Runde.