Braunschweig 

Verstockt und unsozial? Warnstreik bei Zollern

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Der Gleitlager-Hersteller Zollern BHW war am Montagmorgen Schauplatz des ersten Warnstreiks in der Region38.
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Braunschweig. Sechs Prozent mehr Geld, befristete Senkung der Arbeitszeit auf 28 Wochenstunden und ein soziales System - das wünschen sich die Streik-Teilnehmer der IG Metall.

Am Dienstag, 9. Januar streikten etwa 130 Mitarbeiter des Gleitlagerherstellers Zollern BHW Braunschweig während der Frühschicht. Auch Beschäftigte anderer Metallbetriebe sowie von Volkswagen beteiligten sich am Streik.

"Der Maschinenbau läuft gut und wir haben unseren Anteil verdient. Die Arbeitgeber sind viel zu verstockt, sechs Prozent mehr Gehalt sollten schon drin sein", fordert Eva Stassek, Erste Bevollmächtigte bei IG Metall.

Das sagen Mitarbeiter

"Wir leben in einem Zeitalter, in dem nicht nur die Frau für die Kinder da ist, sondern auch der Mann. Eine Senkung der Arbeitszeiten und ein angemessener Ausgleich für Überstunden, von mehr als einem Tag, sind zwingend notwendig, damit man sich um seine Kinder kümmern kann. Auch das Schichtsystem muss überdacht werden. Wie soll ich meine Kinder um 8 Uhr in den Kindergarten bringen, wenn ich ab 6 Uhr morgens schon arbeiten muss? ", erzählt Martin Grun, Betriebsratsvorsitzender news38.de.

Christian Hammann ist tätig als Abnahme-Beauftragter in der Qualitätssicherung und empfindet das Verhalten der Arbeitgeber als unsozial: "Die Arbeitgeber bieten nur zwei Prozent Lohnzuwächse, da muss man einfach auf die Straße gehen und streiken. Außerdem sollte Zeit gewährt werden, damit sich jeder um seine Kinder und pflegebedürftige Angehörige kümmern kann."

Hier ein paar Eindrücke:

Im Laufe der Woche sollen Warnstreiks bei Conti in Gifhorn, MKN in Wolfenbüttel, Braunschweiger Flammenfilter, Lanico, Bühler, und Siemens folgen, so IG Metall Braunschweig.