Braunschweig 

Friederike und die Feuerwehr – news38.de mittendrin

  • 130 Einsätze gab es bis zum Abend in Braunschweig.
  • Die Feuerwehr war professionell vorbereitet.
  • Wir durften uns mal umschauen.

Braunschweig. Es ist 13 Uhr. Sturm Friederike ist inzwischen über die Niederlande gefegt, hat in Nordrhein-Westfalen erhebliche Schäden angerichtet und macht sich jetzt langsam in Peine bemerkbar. Die Feuerwehr Braunschweig trifft die letzten Vorkehrungen für den Ernstfall.

Die Vorbereitungen im "Kleinen Stab" starten. Hier sitzen Führungskräfte der Berufsfeuerwehr Braunschweig und Mitarbeiter der Freiwilligen Ortswehren, die die Einsatzkräfte während des Sturms koordinieren.

Es beginnt in der Leitstelle

Die Hauptleitstelle der Feuerwehr ist voll besetzt - hier gehen erst einmal alle Anrufe über die Nummer 112 ein. Dort werden die Einsätze dann direkt koordiniert. Die Anrufe, die mit dem Sturm zusammenhängen, werden an den Kleinen Stab weitergeleitet, Brände und schwere Einsätze direkt an die Berufsfeuerwehr.

Viel Vorarbeit

Noch bevor die ersten Notrufe eingehen, haben die Mitarbeiter im Kleinen Stab jedoch alle Hände voll zu tun. Damit, sobald der Sturm richtig wütet, alles glatt läuft, muss viel Vorarbeit geleistet werden.

Schritt eins: Alle Ortswehren werden zwei technischen Einsatzleitstellen (TEL) zugeordnet. Die TEL West befindet sich in Wenden, die TEL Süd am Heidberg. Der Kleine Stab gibt die Notrufe an die TELs weiter, die die Einsätze dann an die einzelnen Ortswehren weiterleiten.

Schritt zwei: Der Kleine Stab spricht sich mit den TELs ab, alle ein bis zwei Stunden gibt es eine neue Besprechung.

Schritt drei: Die ersten Alarmierungen gehen raus. Fünf Ortswehren in West und fünf Ortswehren in Süd werden informiert. "Die alarmierten Kameraden finden sich nun erst einmal in den Ortswehren ein und bleiben dort in Alarmbereitschaft", erklärt Jens Lehmann, Pressesprecher der Feuerwehr. Die Einsatzleitstelle versucht zunächst, personalsparend zu alarmieren. "Damit wir auch noch Ressourcen für schwerwiegende oder dringende Notrufe haben", erklärt Lehmann.

Der "Kleine Stab":

Friederike ist da

Um 13.43 Uhr geht es los: Die ersten Alarme gehen beim Kleinen Stab ein. Frank Jasper ist inzwischen seit 26 Jahren bei der Feuerwehr und übernimmt heute den Job des Disponenten. Er leitet die eingehenden Alarmierungen an die TELs weiter. "Sonst sitze ich oben in der Leitstelle, heute bin ich für die Sturm-Alarme zuständig", erzählt er. Für ihn ist die Arbeit auch an Tagen wie diesem nicht allzu stressig. "Das ist ja bei weitem nicht die erste Lage, bei der ich dabei bin", erklärt Jasper.

Um 13.51 Uhr laufen schon zehn Einsätze - neun im Westen und einer im Süden. "Wir alarmieren für West jetzt alle Ortswehren", entscheidet Sebastian Damm, Leiter des Stabes.

Bereits um 13.55 Uhr beginnt die Versorgungsplanung für die Einsatzkräfte. "Wenn die Kollegen den ganzen Tag im Einsatz sind, brauchen sie zwischendrin etwas zu essen und zu trinken", erklärt Lehmann. Auch dafür sorgen die Einsatzkräfte einiger Ortswehren. In den TELs kann dann Pause gemacht werden.

Stressige Situation

Inzwischen klingelt alle zwei Minuten ein Handy. Das Weiterleiten der Notrufe geschieht zwar über den PC, dennoch gibt es viele Fragen zu klären.

Insgesamt 19 Einsätze gibt es um 14.23 Uhr. Um 14.29 Uhr werden auch für Süd alle Wehren alarmiert - insgesamt sind nun 30 im Einsatz. "Wann es stressig wird, kann man nie genau einschätzen", erzählt Lehmann. Obwohl nun alle Ortswehren im Einsatz sind, heiße das nicht unbedingt, dass der Stress abnehme.

Technische Einsatzleitstelle West

Währenddessen hat die TEL West einiges zu tun. Wenden wurde als Standort ausgewählt, weil die Infrastruktur hier einfach stimme. "Hier gibt es zum Beispiel ein Notstrom-Aggregat", erklärt Martin Stenz, stellvertretender Leiter der Berufsfeuerwehr Braunschweig.

Feuerwehr im Einsatz in Wenden

Ein Baum war auf die Straße "An der Autobahn" gekippt.
Feuerwehr im Einsatz in Wenden

Hier werden die Notrufe, die vom kleinen Stab online übermittelt werden, an die Ortswehren verteilt. Gegen 15 Uhr kommt gerade ein neuer Schwung Einsätze rein. Fliegende Trampoline, Fahnenstangen bei Ikea müssen abgebaut werden, Bäume fallen auf die Straße - die Notrufe sind vielfältig.

"Jede Sekunde"

"Auch wenn es stressig ist, ist es diesmal doch ruhiger als bei Xavier", erzählt Michael Loos, Einsatzleiter der TEL West. Ab 15.57 Uhr fahren im Bereich West alle Feuerwehrwagen mit Blaulicht. "Die Einsatzlage ist inzwischen so hoch, dass wir jede Sekunde brauchen", erklärt Stenz.

Zurück im kleinen Stab

Um 16.42 Uhr zählt der Kleine Stab fast 100 Einsätze, etwa die Hälfte ist bereits abgearbeitet. Noch bis 21 Uhr würden vermutlich neue Notrufe eingehen, dann dürfte es langsam ruhiger werden, sagt Lehmann.

Auf Tage wie diese bereiten sich die Einsatzkräfte immer wieder vor. Und auch am Vortag muss schon Vorarbeit geleitet werden. "Wir befinden uns dann natürlich in einer gewissen Erwartungshaltung", sagt Lehmann. Enttäuscht, wenn dann nicht passiere, sei aber beileibe niemand. Eine gewisse Aufregung gehöre bei solchen Einsätzen aber immer dazu. "Aber wir müssen natürlich gelassen reagieren", so Lehmann.

Um 19.30 Uhr zählt die Feuerwehr dann fast 130 Sturmeinsätze in Braunschweig. Friederike hat sich verzogen. Die Bilanz fällt vergleichsweise positiv aus: "Nach aktuellem Stand hat es in Braunschweig keine Verletzten gegeben“, resümiert Damm.

Braunschweig 

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