Braunschweig 

Da stauste: Wenn A2-Unfälle den Stadtverkehr blockieren

Ein Bus der Braunschweiger Verkehrs-GmbH am zentralen Omnisbusbahnhof.
Ein Bus der Braunschweiger Verkehrs-GmbH am zentralen Omnisbusbahnhof.
Foto: Braunschweiger Verkehrs-GmbH
  • Unfall auf der A2 = bis 50 Minuten Verspätung.
  • Besonders betroffen: Regiobusse.
  • Keine Entschädigungsansprüche für Fahrgäste.

Braunschweig/Peine. "Die A2 ist schlimm - wir haben fast täglich mit Verspätungen zu kämpfen." Das sagt nicht etwa ein genervter Berufspendler oder unter engen Lieferterminen ächzender Lkw-Fahrer. Sondern Christopher Graffam, der Sprecher der Braunschweiger Verkehr-GmbH.

Denn sobald sich unfall- oder baustellenbedingt kilometerlange Blechschlangen auf der Autobahn bilden, sei das auch im Öffentlichen Personennahverkehr in Braunschweig zu spüren. Beziehungsweise im Peiner Land. Der Grund: Die Busse kommen nicht mehr durch, weil die Umleitungsstrecken abseits der Autobahn dicht sind und der Verkehr bis in die Städte "hineindrückt".

Im vergangenen Jahr, so hatte es der ADAC zusammengerechnet, gab es auf der A2 zwischen Hämelerwald und Peine insgesamt 2.222 Kilometer Stau - die Auto- und Lkw-Fahrer erlitten demnach einen Zeitverlust von 23 Tagen.

Nicht ganz so schlimm fällt die Staubilanz für den Autobahnabschnitt zwischen Braunschweig-Nord und Braunschweig-Hafen aus: 570 Staus, Gesamtlänge 949 Kilometer - Zeitverlust: 16 Tage.

Zeitverlust weitergegeben

Etliche Stunden davon haben die betroffenen Autofahrer an den Nahverkehr in Braunschweig oder Peine "weitergegeben": Besonders betroffen im Bereich der Braunschweiger Verkehrs-GmbH seien folgende Regiobuslinien:

  • 420 (Braunschweig - Wolfenbüttel)
  • 450 (Braunschweig - Vechelde)
  • 452 (Braunschweig - Cremlingen)
  • 480 (Braunschweig - Groß Schwülper)
  • 560 (Braunschweig - Wendeburg)

Doch nicht nur die Überlandlinien seien betroffen, ergänzt Graffam - unter den A2-Staus litten auch die Verbindungen im Stadtverkehr. Und mit ihnen natürlich Passagiere wie Fahrer. Verspätungen von bis zu 50 Minuten seien keine Ausnahme.

Busse der Peiner Verkehrsgesellschaft mbH (PVG) und der Mundstock GmbH in Vechelde werden laut Graffam ebenfalls durch die dauernden Staus aus dem Takt gebracht: Hier gebe es Verspätungen von rund 30 Minuten.

Zweites Zugticket - wegen Unfall auf A2

Doch egal, ob Braunschweig, Peine oder Vechelde: Wenn die Linien erst einmal ins Stocken geraten sind, brechen nicht selten Anschlussverbindungen weg - bis hin zum bereits abgefahrenen Fernzug beispielsweise am Braunschweiger Hauptbahnhof.

Das Missliche in letzterem Fall: Hat ein betroffener Passagier einen zuggebundenen Fahrschein, muss er wegen des Unfalls auf der A2 und den Verspätungen im ÖPNV ein zweites Zugticket kaufen - einen Anspruch auf Entschädigung hat er laut Bundesministerium für Verkehr nicht.

Entschädigungsansprüche auf ÖPNV-Linien gibt es ebenfalls nicht - die sind nur auf Fernbuslinien vorgesehen: "Bei Fahrten mit einer planmäßigen Dauer bis zu 3 Stunden", so das Ministerium, gibt es selbst bei stundenlanger Verzögerung nicht.