Braunschweig 

Elf Identitäten: Asylbewerber muss in den Knast

Auch in der LAB Braunschweig gab der jetzt Verurteilte eine falsche Identität an. (Symbolbild)
Auch in der LAB Braunschweig gab der jetzt Verurteilte eine falsche Identität an. (Symbolbild)
Foto: dpa

Nordhorn/Braunschweig. Mit seinen elf Identitäten hätte er als Fußballmannschaft auflaufen können – am Donnerstag, 1. Februar, fiel am Amtsgericht Nordhorn das Urteil gegen einen Mann aus dem Sudan.

Der Asylbewerber wurde wegen gewerbsmäßigen Betrugs zu zwei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt, berichtet der NDR. Nach Auffassung der Richter hatte er sich zwischen 2015 und 2016 elfmal in verschiedenen Ausländerbehörden gemeldet und falsche Personalien angegeben, unter anderem in Braunschweig.

Angeklagter gesteht

Auch weil der Angeklagte ein Geständnis abgelegt hatte, blieb die Kammer unter der der Forderung der Staatsanwaltschaft von drei Jahren Haft. Der Sudanese sagte, er habe mit dem erschlichenen Geld seine Familie in Afrika unterstützen wollen. Insgesamt geht es um 70.000 Euro.

Bis heute steht die wahre Identität des Mannes nicht fest, die Anklage stützte sich auf die erste Angabe des Mannes. Demzufolge wurde er 1990 im Sudan geboren,

Mehr Courage

Die so genannte Alias-Masche war in der Landesaufnahmebehörde in Kralenriede aufgefallen. Die damalige LAB-Mitarbeiterin Nadja Nischk deckte hunderte Fälle von Sozialbetrug auf und zeigte sie gegen den Willen ihrer Vorgesetzen an. Ihr Vertrag wurde daraufhin nicht verlängert.

Die "Braunschweiger Zeitung" kürte die 50-Jährige zur "Braunschweigerin des Jahres 2017". Nischk sagte dem NDR, dass sie alles wieder so machen würde – und dass es mehr Menschen geben müsse, die Courage haben, Dinge ans Licht zu bringen, die nicht in Ordnung sind.