Braunschweig 

Gauck in Braunschweig: Das ist seine Botschaft

Bundespräsident a.D. Joachim Gauck und Landesbischof Christoph Meyns. Der Jahresempfang steht diesmal im Zeichen des 450-jährigen Bestehens der Landeskirche Braunschweig.
Bundespräsident a.D. Joachim Gauck und Landesbischof Christoph Meyns. Der Jahresempfang steht diesmal im Zeichen des 450-jährigen Bestehens der Landeskirche Braunschweig.
Foto: Agentur Hübner
  • Jahresempfang der Landeskirche Braunschweig.
  • Ex-Bundespräsident Joachim Gauck hält Festrede.
  • Gauck: "Deutsche Einheit braucht Geduld."

Braunschweig. Der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck hat für mehr Geduld beim Zusammenwachsen von Ost- und Westdeutschland geworben. "Der Weg vom Untertanen in einer Diktatur zum selbstbewusst handelnden Bürger" sei lang, und unterschiedliche Prägungen überdauerten Generationen, sagte er beim Jahresempfang der Landeskirche Braunschweig am Dienstag,13. Februar, im Braunschweiger Dom.

Blick auf Braunschweig

Die Kirchen bat er, den "immer noch nicht abgeschlossenen Prozess der inneren Einheit unseres Landes" mutig mitzugestalten. Sie könnten Ermutigung ausstrahlen, "zum Menschsein, zum Bürgersein, zum Christsein". Und mit Blick auf die Landeskirche Braunschweig fügte er hinzu: Wer auf eine 450-jährige Verwurzelung bei den Menschen blicke, "welche ernsthaften Konkurrenten außer eigene Mutlosigkeit, äußere Gleichgültigkeit und Geistlosigkeit muss er denn bitte fürchten?"

Kirchliche Leistung

In seiner Festrede würdigte Joachim Gauck die Leistung der Kirchen für das deutsch-deutsche Verhältnis. Von familiären Verbindungen abgesehen habe niemand mehr für menschliche Begegnung, gedanklichen Austausch und den Fortbestand gemeinsamer Identität auf einer gemeinsamen Wertebasis geleistet als die Institution Kirche.

" Geschwisterliche Brücken"

Der Landeskirche Braunschweig attestierte der ehemalige Bundespräsident, dass sie in ihrer 450-jährigen Geschichte den Zusammenhalt von Christen "und von Deutschen" gestärkt habe: "Sie haben damit nicht nur menschliche Kontakte aufrecht erhalten und einander unterstützt, sie haben beharrliche geschwisterliche Brücken zwischen Ost und West gebaut, die Mauer durchlässiger gemacht, kirchlichen Spielraum in der DDR vergrößert und letztlich ohne es zu wissen oder ahnen zu können, Vorarbeiten geleistet für ein Überwinden der Trennung und für das Zusammenwachsen unseres Landes."