Braunschweig 

Gänsehaut-Vortrag: Eva Wiedemann und ihr Martyrium

Braunschweig. Sie haben ihr aufmerksam zugehört. Schauspielerin Eva Wiedemann hat am Montag rund 80 Polizeibeamten aus dem Einsatz- und Streifendienst von ihren schlimmen Erlebnissen erzählt. Wiedemanns ehemaliger Lebenspartner hatte sie jahrelang misshandelt – auch noch, nachdem Beratungsstellen, Polizei, Gericht und andere Behörden eingeschaltet waren.

Rechtssystem machtlos?

Damit machte sie klar: Das derzeitige Rechtssystem konnte mich nicht schützen. Sie musste sich als Opfer selbst um ihren Schutz kümmern – und war ihrem Peiniger, der Auflagen schlicht ignorierte, ausgeliefert. Mit ihrem Vortrag wollte die Schauspielerin die Polizistinnen und Polizisten für die Probleme der Opfer sensibilisieren.

Zumal auch in der Region Braunschweig von Jahr zu Jahr mehr Fälle häuslicher Gewalt angezeigt werden. Polizeipräsident Michael Pientka führt das Plus auf ein verändertes gesellschaftliches Verhalten zurück. Dazu hätten in den letzten Jahren die Aufklärungsangebote von Polizei, Justiz und Netzwerkpartnern beigetragen.

Neue Stelle kommt

"Immer mehr Betroffene finden den Mut, Hilfe in Anspruch zu nehmen und Straftaten auch anzuzeigen. Das Thema 'Häusliche Gewalt' wird nicht länger tabuisiert. Mit unserer bereits fünften Fachtagung seit 2013 haben wir als Polizei nachhaltig diese Entwicklung gefördert", so Pientka.

In der Polizeidirektion Braunschweig werde dazu seit Jahren kontinuierlich die Zusammenarbeit im Netzwerk mit den kommunalen Fachbereichen zum Thema "Häusliche Gewalt" verbessert. Bald soll auch eine interdisziplinäre Koordinierungsstelle "Häusliche Gewalt" eingerichtet werden.