Braunschweig 

Ermordete Sinti: Was Braunschweig damit zu tun hat

So sah das Sammellager Veltenhof in den 1940er Jahren aus. Von hier aus wurden mindestens 124 Menschen nach Auschwitz-Birkenau deportiert.
So sah das Sammellager Veltenhof in den 1940er Jahren aus. Von hier aus wurden mindestens 124 Menschen nach Auschwitz-Birkenau deportiert.
Foto: Sammlung Gerda Held/Stadt Braunschweig
  • Niedersachsen gedenkt deportierter Sinti und Roma.
  • Erinnerungstafel am früheren Sammellager Veltenhof.
  • Stilles Gedenken im Braunschweiger Rathaus.

Bergen-Belsen/Braunschweig. Bei einer Gedenkveranstaltung in Bergen-Belsen ist am Sonntag an den Völkermord an Sinti und Roma während der Nazi-Herrschaft erinnert worden. Anlass war der 75. Jahrestag der Deportation von mehr als 20 000 Sinti und Roma aus dem Deutschen Reich in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz.

Im Dokumentationszentrum in der Gedenkstätte Bergen-Belsen wurde am Sonntag auch die überarbeitete Ausstellung "Von Niedersachsen nach Auschwitz" eröffnet. Sie stellt die Ausgrenzung und Verfolgung der Sinti und Roma vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert dar und verdeutlicht, dass Sinti und Roma auch heute noch vielfach diskriminiert werden.

Mindestens 124 Opfer aus Braunschweig

Die Stadt Braunschweig hat bereits am Samstag an das Schicksal der einst hier lebenden Sinti und Roma erinnert: Mindestens 124 Opfer sind im März 1943 von Braunschweig aus nach Auschwitz-Birkenau deportiert worden. Bei einem Stillen Gedenken im Rathaus sprach Oberbürgermeister Ulrich Markurth (SPD) von "den Schattenseiten unserer Stadtgeschichte", mit denen sich auch die heutige Generation dauerhaft auseinandersetzen müsse.

Am Ort des ehemaligen Sinti-Sammellagers am Sandanger in Veltenhof-Rühme erinnert nun eine Informationstafel an das Schicksal der Opfer, die vor ihrem Abtransport dort leben mussten. Schüler des Wahlpflichtkurses Geschichte der 10. Klassen der Nibelungen Realschule haben diese Tafel initiiert.

Auch an der KZ-Gedenkstätte Schillstraße erinnert nun eine weitere Tafel an die Braunschweiger Sinti.