Braunschweig 

Gerechtigkeit geht anders: Mehr Frauen in Teilzeitjobs

Am 8.März ist Internationaler Frauentag. Anlässlich pocht die NGG verstärkt auf Lohngerechtigkeit - auch in Braunschweig (Symbolbild).
Am 8.März ist Internationaler Frauentag. Anlässlich pocht die NGG verstärkt auf Lohngerechtigkeit - auch in Braunschweig (Symbolbild).
Foto: Cris Faga/ZUMA Wire/dpa

Braunschweig. Die Teilzeit und der Niedriglohn in der Stadt sind weiblich. 71 Prozent aller Teilzeit- und Minijobs in Braunschweig sind in Frauenhand, das teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) am Montag mit. Anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März hat die Gewerkschaft darauf hingewiesen, dass laut Angaben der Arbeitsagentur sogar 79 Prozent der rund 37.400 Stellen in der Stadt von Frauen besetzt seien.

Geschäftsführer der NGG Süd-Ostniedersachsen Manfred Tessmann sagte in einer Pressemitteilung, dass die Kellnerin in Vollzeit die Ausnahme sei. Wer nur 20 oder 25 Stunden die Woche arbeite, habe es beim beruflichen Aufstieg schwer. "Bei der Bezahlung stehen Frauen allgemein weiterhin deutlich schlechter da als Männer", so Tessmann.

Ungerechtigkeit in kleinen Betrieben

Das Statistische Bundesamt ermittelte zuletzt, dass Frauen in Deutschland rund 21 Prozent weniger verdienen als Männer. Zwar haben Frauen in Braunschweig seit diesem Jahr einen Anspruch darauf zu erfahren, was Männer in gleichen Positionen verdienen, allerdings helfe das Kellnerinnen oder Köchinnen in Kleinbetrieben nicht viel. Die Regelung gelte nur bei Betrieben ab 200 Mitarbeitern.

Sollte die Politik nicht gegensteuern, würde die Altersarmut bei Frauen in Braunschweig noch verschärft, so die NGG. Am Internationalen Frauentag blickt die Gewerkschaft zurück auf 100 Jahre Wahlrecht. Dazu stellt Tessmann fest: "Nach der rechtlichen Gleichstellung muss auch eine vollständige Gleichbehandlung im Job kommen. Unterschiedliche Löhne für Männer und Frauen darf es heute nicht mehr geben."