Braunschweig 

Braunschweig: Die sicherste Großstadt Niedersachsens

Braunschweig ist so sicher wie keine andere Großstadt in Niedersachsen (Archivbild).
Braunschweig ist so sicher wie keine andere Großstadt in Niedersachsen (Archivbild).
Foto: dpa

Braunschweig ist Niedersachsens sicherste Großstadt, "auch wenn das die Kollegen aus den ländlicheren Direktionen in der Gegend etwas anders sehen", erklärt Axel Werner, Leiter der Polizeiinspektion Braunschweig. Die Zahlen der Kriminalstatistik 2017, die heute in der Polizeiinspektion vorgestellt wurde, sprechen für sich: Auf 100.000 Einwohner kommen in Braunschweig 9.211 Straftaten, insgesamt ist die Anzahl der Straftaten im Vergleich zum Vorjahr um rund 1.000 auf 22.904 gesunken.

"Das ist bundesweit eine absolute Spitzenzahl und harte Arbeit", freut sich Ulf Küch, Leiter des Zentralen Kriminaldienstes der Polizeiinpektion Braunschweig. Woher die Täter kämen, sei dabei völlig irrelevant: "Es ist uns egal, welche Herkunft ein Straftäter hat." Im Vergleich zum Vorjahr ist der Anteil der Rohheitsdelikte durch Asylbewerber und Flüchtlinge um 49,78 Prozent zurückgegangen. "Die Lage beruhigt sich sehr."

Alles nur geschönt?

Oft werden der Polizei Schummeleien bei statistischen Zahlen, vor allem im Zusammenhang mit Flüchtlingen und Asylbewerbern, vorgeworfen - für Küch unverständlich: "Alle Fälle sind belegt - hier wird nichts geschönt." Bei der Polizei beschäftigt sich die Sonderkommission "Zerm" mit Straftaten im Zusammenhang mit Flüchtlingen.

Trickbetrug bei SÄM

Einen besonderen Fokus legen die Beamten in ihrer Arbeit auch im kommenden Jahr vor allem auf Einbrecher und Trickbetrüger. Zwar ist der Anteil der Trickdiebstähle an den Gesamt-Straftaten sehr gering (rund 0,8 Prozent). Doch Ulf Küch schaut mit Blick auf den demografischen Wandel und den damit verbundenen Anstieg von Straftaten zum Nachteil älterer Menschen (SÄM) besorgt in die Zukunft. "Wir haben inzwischen viel mehr Menschen in Braunschweig, die älter als 65 und somit anfälliger für Trickbetrug sind."

Hinzu komme noch, dass die geplante Umstellung von Gasheizungen viele Trickbetrüger auf den Plan rufen wird. "Bei jedem Betrug wird der Lebensabend eines Menschen ruiniert und Urvertrauen in zum Beispiel Polizei und Versorgungstechniker ausgenutzt", ergänzt Axel Werner, Leiter der Polizeiinspektion Braunschweig. Im vergangenen Jahr konnten Trickbetrüger insgesamt mehr als 500.000 Euro erbeuten.

Ermittlungsgruppe "Domus"

Um Trickbetrug und Einbruch wirksam entgegen zu treten, hat die Polizei die neue Ermittlungsgruppe "Domus" (lat. "Haus) gegründet. "Wir haben ein neues Konzept: Unsere Kollegen werden nicht gesehen, aber sie sind da", erklärt Küch. Was genau dahinter stecke, könne er aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen. Nur so viel: "Wir haben uns an die Entwicklung der Täter angepasst."