Braunschweig 

Schwarzarbeit auf'm Bau: "Die Zahlen sind alarmierend"

Ein Mitarbeiter des Zolls kontrolliert (Symbolbild).
Ein Mitarbeiter des Zolls kontrolliert (Symbolbild).
Foto: NGG-Region Süd-Ost-Niedersachsen

Braunschweig. Nicht gezahlte Mindestlöhne und hinterzogene Steuer- und Sozialabgaben in Millionenhöhe, das ist die traurige Bilanz der Baubranche im vergangenen Jahr. Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) fordert deshalb mehr Kontrollen vom Zoll. Demnach habe das Braunschweiger Hauptzollamt im vergangenen Jahr 319 Baufirmen kontrolliert, das seien rund zehn Prozent weniger als noch im Vorjahr, heißt es in einer Mitteilung der IG BAU.

"Das Ausmaß krimineller Machenschaften in der Branche ist enorm. Deshalb müssen die Behörden auch in Braunschweig noch viel stärker kontrollieren", so Karl Heinz Ehrenberg, IG BAU-Bezirksvorsitzender Braunschweig-Goslar. Die IG BAU gehe aufgrund des aktuellen Bau-Booms davon aus, dass die Schwarzarbeit und Lohn-Prellerei stark zugenommen habe.

Liegt die Lösung in der Schweiz?

Das Problem sei die Personallage beim Zoll. "Viele Dumping-Firmen gehen nicht ins Netz des Zolls, weil die Beamten mit den Kontrollen überhaupt nicht hinterherkommen", so Ehrenberg. Für eine effektive Ermittlung brauche es Manpower und daran mangele es aktuell. Die IG BAU fordert bundesweit 10.000 Beamte bei der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) zuletzt seien nur 6.400 Stellen besetzt gewesen.

Die Zollbilanz geht aus einer Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage von Beate Müller-Gemmeke (Grüne) hervor, die Zahlen liegen der IG BAU vor.

Zur Lösung des Problems richtet die IG BAU ihren Blick Richtung Schweiz - dort arbeiten schon seit einiger Zeit Arbeitgeber mit Gewerkschaften zusammen, um auf den Baustellen zu kontrollieren. Außerdem könnten Staatsanwaltschaften eingerichtet werden, die ihren Schwerpunkt besonders auf Baufirmen und die Bekämpfung von Schwarzarbeit legen.