Braunschweig 

Verfahren gegen Braunschweiger Polizist: Schläge bei Demo?

Demonstration in Göttingen - Vom Anwalt präsentiertes Video

Das von Rechtsanwalt Sven Adam präsentierte Video soll die Gewalt der Polizei gegen den Ordner dokumentieren.

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Göttingen/Braunschweig. Auch vier Monate nach der Eskalation während einer Demonstration am 9. Dezember vergangenen Jahres in Göttingen laufen noch die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft. "Wir haben zwei Ermittlungsverfahren", berichtet Oberstaatsanwalt Andreas Buick gegenüber news38.de. "Eines richtet sich gegen einen 27-jährigen Polizeibeamten aus Braunschweig wegen des Verdachts der Körperverletzung im Amt. Das zweite gegen einen 27-jährigen Ordner wegen Widerstands."

Damals hatte die linke Szene in Göttingen gegen Razzien der Polizei im Zusammenhang mit den G20-Krawallen in Hamburg protestiert; die Beamten hatten unter anderem zwei Wohnungen in Göttingen und eine in Braunschweig durchsucht.

Anwalt: "Enthemmte Gewalt" der Polizei

Während des Protestzuges in Göttingen kam es dann zu Zusammenstößen: Ein Beamter der Beweis- und Festnahmeeinheit der Polizei Braunschweig soll einen als Ordner eingesetzten 27-Jährigen mit "enthemmter Gewalt" so heftig geschlagen haben, dass dieser kurzzeitig das Bewusstsein verlor.

Polizei: Video taugt nicht als Beweis

So jedenfalls die Darstellung von Ordner-Anwalt Sven Adam, der auch ein Video des Vorfalls präsentierte. Die Polizei dagegen hält das Video nicht für beweiskräftig: Dieses gebe "nach Durchsucht des polizeilichen Dokumentationsmaterials nicht den geamten bzw. nicht den korrekten zeitlichen Ablauf wieder".

Wie's wirklich war, will die Staatsanwaltschaft nach Worten ihres Sprechers Alexander Buick bis zum Frühsommer geklärt haben; es seien noch einige Vernehmungen nötig, sagte er.