Braunschweig 

Fahrradfreundliches Braunschweig: Bürgerentscheid 2019?

Auch in Braunschweig kommt es häufig zu kritischen Situationen zwischen Auto- und Fahrradfahrern (Archifoto).
Auch in Braunschweig kommt es häufig zu kritischen Situationen zwischen Auto- und Fahrradfahrern (Archifoto).
Foto: dpa
  • Verein plant Bürgerentscheid fürs kommende Jahr.
  • Braunschweig soll fahrradfreundlich umgebaut werden.
  • Aber: Kein Auto-Bann geplant.

Braunschweig. Die Regionale Energie- und Klimaschutzagentur reka e.V. will mit Hilfe eines Bürgerentscheids ein fahrradfreundlicheres Braunschweig erreichen. Im kommenden Jahr soll nach den Vorstellungen der Initiatoren die Abstimmung stattfinden.

Doch bis dahin "wir viel diskutiert und durchdacht werden müssen", um Braunschweig zu einer "Fahrradstadt" zu machen, heißt es in einer am Samstag veröffentlichten Mitteilung des Vereins.

Um das Projekt "Bürgerentscheid-Fahrrad Braunschweig 2019" durchzusetzen, soll es unter anderem Mahnwachen an Unfallorten und Kinderdemos für Spielstraße geben. Außerdem planen die Vereinsmitglieder eine Unterschriftensammlung sowie eine Online-Petition.

Das fordern die Initiatoren:

  • Der Stadtverkehr soll sicherer und klimafreundlicher werden.
  • Ein Radverkehrsnetz und Radschnellverbindungen auf Haupt- und Nebenstraßen sollen ausgebaut werden.
  • Die Zahl der schwerverletzten und getöteten Unfallopfer soll langfristig auf ein Minimum reduziert werden. Dazu sollen gefährliche Knotenpunkte umgestaltet, sowie sichere Radverkehrsanlagen an Hauptverkehrsstraßen aufgebaut werden.
  • Abstellmöglichkeiten für Fahrräder sollen verbessert werden.
  • Alternativen wie Carsharing sollen ausgebaut werden.

Weitere Informationen gibt es hier.

Kein Auto-Bann geplant

Ausdrücklich betont die Energie- und Klimaschutzagentur, das Auto nicht aus Braunschweig verbannen zu wollen. Vielmehr müssten die Stärken aller Verkehrsmittel - Auto, Bus, Bahn, Fahrrad, Fußgängerverkehr - berücksichtigt werden.

Allerdings kommt aus reka-Sicht dem Fuß- und Radverkehr besondere Bedeutung zu: Er sei "sehr effizient und flächensparend".

Braunschweiger Vorbild: Berlin

Vorbild für Braunschweig ist der Berliner "Volksentscheid Fahrrad", der zum Entwurf eines vom Abgeordnetenhaus bereits in erster Lesung beratenen "Mobilitätsgesetzes" für die Hauptstadt geführt hat; demnach sollen in den kommenden zwei Jahren fast 100 Millionen Euro in den Ausbau des Radverkehrs gesteckt werden.

Aktionen in Braunschweig

In Braunschweig haben bereits die Grünen im Stadtbezirksrat Innenstadt eine fahrradfreundlichere Gestaltung der City gefordert. Demnach sei besonders die Beschilderung verbesserungsbedürftig.

Außerdem findet in Braunschweig seit Jahren am jeweils letzten Freitag im Monat eine "Critical Mass"-Tour von teilweise mehreren hundert Radfahrern statt. Sie fordern mehr Beachtung im Straßenverkehr und ebenfalls eine radfahrerfreundlichere Verkehrsführung.

Die letzte Critical-Mass-Tour 2017

Critical Mass in Braunschweig - Die letzte Tour 2017

Critical Mass in Braunschweig - Die letzte Tour 2017
Video: Andreas Schäfer