Braunschweig 

Gestopptes Gewerbegebiet: Wie geht's jetzt weiter?

Vor Beginn der Ratssitzung in Salzgitter hatten Mitglieder der Bürgerinitiative gegen das Interkommunale Gewerbegebiet demonstriert.
Vor Beginn der Ratssitzung in Salzgitter hatten Mitglieder der Bürgerinitiative gegen das Interkommunale Gewerbegebiet demonstriert.
Foto: Siegfried Denzel

Braunschweig/Salzgitter. Auch nach dem "Nein" des Rates Salzgitter zum interkommunalen Gewerbegebiet mit Braunschweig will der dortige Oberbürgermeister Ulrich Markurth (SPD) die Pläne noch nicht in der Schublade verschwinden lassen. Braunschweig bleibe "offen für Gespräche, sei es bezogen auf diese Fläche mit Salzgitter, seien es andere mögliche interkommunale Kooperationen".

Markurth bedauerte die Entscheidung des Rates der Nachbarstadt, die Planungen für das mehr als 200 Hektar große Industrie- und Gewerbegebiet zwischen den Ortschaften Geitelde, Beddingen, Thiede und Üfingen zu stoppen. Beiden Städten entgehe damit "eine Riesenchance", die "Wirtschaftskraft für die kommenden Jahrzehnte zu stärken und auszubauen".

Braunschweiger Nöte

Der Braunschweiger Rathauschef unterstrich erneut, wie wichtig das Industrie- und Gewerbegebiet vor allem für das unter Flächenknappheit leidende Braunschweig gewesen wäre. Zwar arbeite die Stadt an der Erweiterung der Gewerbegebiete am Waller See, in Wenden-West sowie an der Entwicklung einer neuen Wirtschaftsfläche im Bereich Peterskamp-Süd.

Dies alles aber werde "den grundlegenden Mangel, insbesondere was Industriebetriebe mit 24-Stunden-Nutzung angeht, nicht beheben".

Am Mittwochabend hatte der Rat von Salzgitter mit einem 20:20-Stimmen-Patt entschieden, sämtliche Planungen und Gespräche zur Ausweisung des gemeinsamen Gewerbegebiets sofort zu stoppen. Mitte Juni hatte der Rat von Braunschweig noch mit großer Mehrheit für die Fortsetzung der Planungen gestimmt.

Klingebiel: Chance vertan

Unterdessen spricht auch Salzgitters Oberbürgermeister Frank Klingebiel (CDU) davon, "dass eine große Chance auf eine mögliche strukturpolitische Weiterentwicklung vertan worden ist".

Ein Veto gegen den Ratsbeschluss kommt für ihn allerdings nicht in Frage, wie er am Donnerstagabend über Rathaus-Sprecherin Simone Kessner betonen ließ. Der Beschluss sei kommunalrechtlich sauber zustande gekommen, deshalb werde er ihn akzeptieren.

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